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Peptidlastig
Auf ca. 100 Seiten unternimmt Frau Eichler den Versuch, „Einsteigern" die grundlegenden Konzepte und Strategien der kombinatorischen Chemie zu erläutern. Vom Prinzip der Festphasensynthese über die praktische Realisierung gemäß der Teebeutel-, Stäbchen- und Spot-Methode, sodann Bibliotheksformate und Strukturaufklärung bis abschließend zur Automatisierungsfrage werden diverse Themenkomplexe angeschnitten. Der Umstand, dass sich die Autorin aufgrund ihrer eigenen Historie und Arbeit fast ausschließlich auf Peptidsynthesen beschränkt und - was schwerer wiegt - im selbst gesetzten zweiten „Schwerpunkt", den Screeningmethoden, nur auf Peptidbibliotheken eingeht, mag ihr angesichts des geringen Umfanges des Büchleins verziehen werden. Wenig Nachsicht hingegen hat sie bezüglich der mangelnden Sorgfalt bei der Erstellung des Manuskriptes verdient. Während mit Hilfe der kombinatorischen Chemie ehrgeizige Ziele bezüglich des Umfanges von Verbindungsbibliotheken verfolgt werden, scheint dieser Aufsatz um einen Rekord in der Anzahl von Druckfehlern bemüht. In Anbetracht des augenfreundlichen Großdrucks und damit limitierten Textinhaltes ist der Leser erstaunt, kaum eine fehlerfreie Seite auszumachen. Während der Zeilenabstand und die Anzahl der Leerzeichen zwischen den Worten eher locker gehandhabt wurde, führt die mangelnde Flexibilität bei der Einbindung der Abbildungen zu großflächig unbedrucktem Papier (S. 15, 27, 34, 45, 53, 57, 72, 92 u.a.). Überflüssig ist auch die zweifache Erklärung der split-and-mix-Technik mit je einer fast ganzseitigen Abbildung (S. 51 und 74). Ein doppelter Textbaustein (S. 54 und 55) fällt ebenfalls unangenehm auf. Fehlerhafte Beschriftungen der Abbildungen (z.B. S. 28) kulminieren in einem traurigen Höhepunkt auf S. 80, wo ein verwirrendes Durcheinander herrscht. Es scheint schon grotesk, dass auf S. 14 gleich zweimal behauptet wird, eine 4 x 4-Matrix besitze 12 Elemente, auf S. 82 Dreiecke als Kreise bezeichnet werden und auf S. 85 die Rechnung 11 x 25 x 63 = 23375 statt 17325 ergibt. Auf S. 39 muss ein 8 x 13- für ein 8 x 12-Raster herhalten, und auch in den chemischen Formeln sind zahllose Fehler und Unschönheiten enthalten (z. B. S. 81, 83, 87). Die Mehrheit der schwarzweißen Fotoabbildungen geben nur dem geschulten Auge einen Anhaltspunkt, was darauf zu erahnen sei. Bei Erläuterungen wie „Carbonsäuren der allgemeinen Formel R-COOH" (S. 67) und „eines primären Amins der allgemeinen Formel R-NH2" (S. 69) fragt sich der Leser, ob Erklärungen nicht besser bei spezieller Nomenklatur als bei derartigen Trivialitäten angebracht wären. Mich hätte beispielsweise interessiert, was sich hinter „Lithiumbase" (S. 79, 80) verbirgt.
Mit jeder Seite wächst der Eindruck, dass dieser Band der sonst sehr löblichen Buchreihe mit heißer Nadel fabriziert wurde.
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