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Keplers Suche nach Harmonie im Universum
In der "Weltharmonik" befaßt sich Kepler mit den harmonischen Proportionen, die das ganze Universum durchziehen. Er findet Harmonie in der Geometrie, in der Architektur, in der Psyche des Menschen, in der Musik, in der Astrologie und natürlich in der Astronomie. So finden sich in der "Harmonice Mundi" (Weltkarmonik) auch Kapitel wie: "Über die Kongruenz der regelmäßigen Figuren" (, worin er als erster die regelmäßigen Sternpolyeder erwähnt -- eine mathematische Entdeckung, die über 200 Jahre unbeachtet blieb!), "Über die Ursachen der Konsonanzen" oder "Über die harmonischen Mittel und die Dreiheit konsonanter Töne".
Berühmt wurde das 1619 erschienene Werk vor allem durch das dritte Planetengesetz, das im fünften Buch erstmals vorgestellt wurde. Kepler erwähnt das Datum jenes glücklichen Tages, an dem er die lang gesuchte Proportion der Bahnintervalle der Planeten entdeckte: "Schließlich kam sie [die Proportion] am 15. Mai wieder und besiegte in einem neuen Anlauf die Finsternis meines Geistes, wobei sich zwischen meiner siebzehnjährigen Arbeit an den Tychonischen Beobachtungen und meiner gegenwärtigen Überlegung eine so treffliche Übereinstimmung ergab, daß ich zuerst glaubte, ich hätte geträumt und das Gesuchte in den Beweisunterlagen vorausgesetzt".
Die Lektüre der Harmonice Mundi eröffnet dem Leser einen tiefen Einfblick in das vielseitige Schaffen Johannes Keplers, dessen Begeisterung über die Schönheit der Welt geradezu ansteckend ist. Nicht alle Erkenntnisse, die Kepler in diesem Buch schildert stimmen mit unserer heutigen wissenschaftlichen Anschauung überein, aber Kepler war eben ein Kind einer zutiefst von der Religion und vom Aberglauben geprägten Zeit. Darin liegt gerade die Größe Keplers: Obwohl er selbst streng religiös erzogen wurde und sehr gottesfürchtig war, verdrängte er jene unbequemen wissenschaftlichen Beobachtungen nicht, die im Widerspruch zu seiner eigenen Überzeugung standen. Bemerkenswert sind einige Hinweise von Kepler, in denen er schon die Gravitationskraft vorausahnt (die aber erst nach Kepler von Isaac Newton exakt formuliert wurde), beispielsweise im vierten Buch: "...daß das Wasser vom Monde angezogen wird wie das Eisen vom Magnet, durch eine körperliche Einigungskraft der Massen".
Fazit: Die "Harmonice Mundi" ist eines der bedeutensten wissenschaftlichen Werke der Menschheit und verdient die gleiche Beachtung, wie Kopernikus' "De Revolutionibus" oder Newton's "Principa". Wer überdies die faszinierende Gedankenwelt Keplers kennenlernen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Der R. Oldenbourg Verlag hat die Harmonice Mundi mit größtmöglicher Authentizität nachgedruckt und mit einem würdigen, bibliophilen Einband versehen, sodaß auch Kepler-Fanatiker sich nicht mehr so sehr gezwungen sehen, eine Originalausgabe aus einem Museum zu rauben...
Keplers suche nach Harmonie im Universum
In der "Weltharmonik" befaßt sich Kepler mit den harmonischen Proportionen, die das ganze Universum durchziehen. Er findet Harmonie in der Geometrie, in der Architektur, in der Psyche des Menschen, in der Musik, in der Astrologie und natürlich in der Astronomie. So finden sich in der "Harmonice Mundi" (Weltkarmonik) auch Kapitel wie: "Über die Kongruenz der regelmäßigen Figuren" (, worin er als erster die regelmäßigen Sternpolyeder erwähnt -- eine mathematische Entdeckung, die über 200 Jahre unbeachtet blieb!), "Über die Ursachen der Konsonanzen" oder "Über die harmonischen Mittel und die Dreiheit konsonanter Töne".
Berühmt wurde das 1619 erschienene Werk vor allem durch das dritte Planetengesetz, das im fünften Buch erstmals vorgestellt wurde. Kepler erwähnt das Datum jenes glücklichen Tages, an dem er die lang gesuchte Proportion der Bahnintervalle der Planeten entdeckte: "Schließlich kam sie [die Proportion] am 15. Mai wieder und besiegte in einem neuen Anlauf die Finsternis meines Geistes, wobei sich zwischen meiner siebzehnjährigen Arbeit an den Tychonischen Beobachtungen und meiner gegenwärtigen Überlegung eine so treffliche Übereinstimmung ergab, daß ich zuerst glaubte, ich hätte geträumt und das Gesuchte in den Beweisunterlagen vorausgesetzt".
Die Lektüre der Harmonice Mundi eröffnet dem Leser einen tiefen Einfblick in das vielseitige Schaffen Johannes Keplers, dessen Begeisterung über die Schönheit der Welt geradezu ansteckend ist. Nicht alle Erkenntnisse, die Kepler in diesem Buch schildert stimmen mit unserer heutigen wissenschaftlichen Anschauung überein, aber Kepler war eben ein Kind einer zutiefst von der Religion und vom Aberglauben geprägten Zeit. Darin liegt gerade die Größe Keplers: Obwohl er selbst streng religiös erzogen wurde und sehr gottesfürchtig war, verdrängte er jene unbequemen wissenschaftlichen Beobachtungen nicht, die im Widerspruch zu seiner eigenen Überzeugung standen. Bemerkenswert sind einige Hinweise von Kepler, in denen er schon die Gravitationskraft vorausahnt (die aber erst nach Kepler von Isaac Newton exakt formuliert wurde), beispielsweise im vierten Buch: "...daß das Wasser vom Monde angezogen wird wie das Eisen vom Magnet, durch eine körperliche Einigungskraft der Massen".
Fazit: Die "Harmonice Mundi" ist eines der bedeutensten wissenschaftlichen Werke der Menschheit und verdient die gleiche Beachtung, wie Kopernikus' "De Revolutionibus" oder Newton's "Principa". Wer überdies die faszinierende Gedankenwelt Keplers kennenlernen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Der R. Oldenbourg Verlag hat die Harmonice Mundi mit größtmöglicher Authentizität nachgedruckt und mit einem würdigen, bibliophilen Einband versehen, sodaß auch Kepler-Fanatiker sich nicht mehr so sehr gezwungen sehen, eine Originalausgabe aus einem Museum zu rauben...
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