Customer Review:
Gutes Buch - Unterirdische Übersetzung
Naomi Klein hat - auch wenn dies keine Fortsetzung von No Logo! werden sollte - den richtigen nächsten Schritt gemacht und sich hauptsächlich um die Abgrenzung der vielen schwammigen Termini gekümmert, die die "Anti-Globalisierungsbewegung" umkreisen. Hier beginnt allerdings das große Problem dieser Ausgabe: die im Campus Verlag erschienene Übersetzung ist derart schlampig und gedankenlos, dass sie das Buch nahezu unlesbar macht. Es geht gleich beim Titel los: Fences & Windows ist zum einen der Name einer im vergangenen Jahr von Naomi Klein gegründeten Stiftung und zum anderen das Grundmuster, an dem Klein die vielen Einzeldebatten und Beispiele in diesem Buch aufzäumt. Der Untertitel wird mit "Berichte von der Globalisierungsfront" übersetzt, was mit "Dispatches From The Front Lines Of The Globalization Debate" wirklich nicht viel zu tun hat. Vielmehr wirft es die Frage auf, was eigentlich eine "Globalisierungsfront" ist. Im Innenteil geht es munter so weiter, oft auch inhaltlich missverständliches Zweckdeutsch, das man sich nicht antun sollte. Es sei deshalb die Originalausgabe von Picador empfohlen, die ohnehin billiger ist.
gutes buch!
Ich habe dieses Buch nur in der englischen Orginalausgabe gelesen, somit bezieht sich meine Wertung eher auf diese als auf die deutsche Übersetzung.
Inhaltlich ist das Buch, genau wie von der Autorin angedeutet eine Sammlung von Fragmenten, tagebuchähnlichen Momentaufnahmen und einer kleinen Menge Theorie. Alles ist aus einem sehr emotionalen, zum Teil auch sicher naiven, Blickwinkel geschrieben. Aber das macht das Buch im Vergleich zu theoretischen Abhandlungen nur lesenswerter. Die Zeit und die Ereignisse in denen dieses Buch verfasst wurde, machen es nur für Menschen die nicht dabei waren möglich kühl zu reflektieren. Dies ist aber nicht die Aufgabe dieses Buches.
Na ja...
Zu dem vorliegen Buch gibt es eigentlich nicht viel konstruktives zu sagen. Nachdem sich die Autorin bereits in ihrem letzten Werk als eher blinde Gegnerin einer Dynamik zu erkennen gegeben hat, die sich nicht begreift, gibt es hier nicht viel neues zu lesen, außer den üblichen Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen die "böse" Wirtschaft. Die wenigen sachdienlichen Passagen bestehen zum grossen Teil aus Klischees und Unterstellungen, deren wissenschaftlicher Wert gegen Null geht.
Obwohl das Buch ein Thema behandelt, das in erster Linie die Bereiche Politik und Wirtschaft behandelt, scheint die Sachkenntnis der Autorin auf diesen Gebieten kaum auszureichen um qualifizierte Aussagen zu treffen.
Fazit: Für militante Globalisierungsgegner, die sich nicht viel um Argumente und Fakten kümmern, bestimmt ganz nett. Ansonsten aber keinerlei wissenschaftlicher Wert.
Books: