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Standardwerk
Vielleicht ist "Migration im Spannungsfeld von Globalisierung und Nationalstaat" das wichtigste deutschsprachige Buch des Jahres 2004 zur Migrationsforschung. Den Herausgebern gelang es, illustre Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen (v.a. Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft) für dieses Buch zu gewinnen. Von besonderem theoretischen Wert ist dabei weniger die Sammlung von Länderbeispiele im zweiten Teil des Buchs, sondern vor allem der erste konzeptionelle Block, der das Spannungsverhältnis einer immer weiter voranschreitenden globalen ökonomischen Öffnung der Welt und der Herausbildung eines intervenierenden "Migrationsstaats" beschreibt. In diesem Teil des Buches finden sich auch die theoretischen Glanzstücke. Dies sind neben Dietrich Thränhardts lesenswerter und informativer Einleitung ohne Zweifel Michael Bommes' Radikalabrechnung mit der in der Migrationsforschung vollkommen überbewerteten Schule des Transnationalismus und Thomas Straubhaars Skizze der ökonomischen Neuformulierung der Staatsbürgerschaft als Kubmitgliedschaft, die vor allem für die Sozialwissenschaften und dem dort dominierenden sakralen Verständnis der Staatsbürgerschaft ein enormes Irritierungspotential in sich bergen dürfte. Lesenswert im zweiten Teil des Buches ist vor allem der Beitrag der amerikanischen Politikwissenschaftlerin Susan Martin, die in ihrem Beitrag drei Modelle amerikanischer Einwanderungspolitik unterscheidet und so die gängigen Kompaktvorstellungen der US-Politik in diesem Bereich korrigiert.
Etwas Wasser in den Wein schütten die Beiträge von Uwe Hunger und James Hollifield. Dies nicht etwa, weil die dort vorgetragenen Argumente zum Zusammenhang von Migration und Entwicklung (Hunger) und zum "liberalen Paradox" (Hollifield) nicht interessant wären, sondern einfach deshalb, weil es sich um "Aufgewärmtes" handelt und man die Beiträge und die dort angeführten Argumentationen bereits vorher kannte. Dies ändert allerdings nichts daran, dass "Migration im Spannungsfeld von Globalisierung und Nationalstaat" Pflichtlektüre bei Studenten und Lehrenden, die sich - in welchem Fach auch immer - mit Migration beschäftigen, sein sollte und sein wird.
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