Customer Review:
Mix aus biographischen Daten und Zitatensammlung
Wer sich angesichts des Untertitels "Politikbegriffe und Grundprinzipien der Frankfurter Schule" ein einführendes, d.h. voraussetzungsarmes Werk erwartet, dürfte enttäuscht werden. Schon im ersten Kapitel, das das "Projekt der Kritischen Theorie" umreißt, kommen so ziemlich alle Fachtermini von Adorno und co. vor, und der Autor tut, als wende er sich von Anfang an an Eingeweihte. Die anderen Kapitel behandeln Horkheimer, Adorno, Benjamin, Löwenthal, Marcuse, Habermas u.a. Jedes dieser Kapitel liefert - angesichts des Buchtitels überraschend - teils detaillierte biographische Informationen. Dann zitiert Waschkuhn aus den Hauptwerken des jeweiligen Philosophen und verbindet die Zitate mit eigenen Anmerkungen in ähnlich "dunkler" Sprache, wie sie zur Zeit der Kritischen Theorie in Mode war. Ein Überblick über die "Grundprinzipien" mehrerer Philosophen, der zwangsläufig im Umfang beschränkt ist, muß aber scheitern, wenn er statt eigener Formulierungen, eigenen Vergleichen und Querverweisen und eigenen Verständnisbrücken im wesentlichen nur zitiert und in den Sprachduktus eines Adorno fällt. Das Hilfreichste am Buch ist das über 40seitige Literaturverzeichnis. Und man bereut spätestens nach dem Kapitel über Adorno, nicht besser zu Einzelinterpretationen gegriffen zu haben, die zwar ausführlicher, dafür oft aber auch verständlicher abgefaßt sind.
Leider gilt für das Buch insgesamt: Wer das alles versteht, wovon der Autor schreibt, der braucht das Buch nicht mehr. Wer es nicht versteht, braucht es erst recht nicht. Allenfalls ist die "Kritische Theorie" interessant für jene, die Waschkuhns Ansichten zum Thema kennenlernen wollen.
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