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Kompakt und informativ
Das Lexikon der Vereinten Nationen hat eine Lücke gefüllt. Nicht nur für Studenten stellt es eine schnelle und zuverlässige Orientierungshilfe dar. Der gut gemischte Autorenkreis bürgt für sachkundige Darstellungen. Sehr guter Apparat! Besonderer Tip: seit neuestem gibt es eine englischsprachige, aktualisierte Version.
Ein hilfreicher Wegweiser durch das komplexe VN-System!
Wer schon einmal das Headquarter der VN in New York City besucht hat, wird mir sicher zustimmen. Es ist ein Labyrinth aus unzähligen Gängen, das Sekretariatsgebäude 39 Stockwerke hoch, mit über 6000 Mitarbeitern in zahlreichen Abteilungen und Unterabteilungen. Dazu kommt noch, dass neben den Hauptorganen der Vereinten Nationen auch die meisten Nebenorgane sowie ständigen und temporären Ausschüsse dort tagen. Wer wünscht sich da nicht einen verständlichen Wegweiser?
Ähnlich verhält es sich hierzulande mit dem Wissen über dieses ziemlich komplexe System der Vereinten Nationen. Sicherheitsrat und Generalversammlung sind noch bekannt, die Begriffe ECOSOC und Peacekeeping wurden vielleicht schon einmal gehört, aber das war es dann auch. Was bitte sind ITLOS und UNCHS, welchen Sinn hat die "Uniting-for-Peace-Resolution", und was meint die "Feindstaatenklausel"?
Eine Antwort auf derartige und viele weitere Fragen gibt das "Lexikon der Vereinten Nationen". Von "Abrüstung" bis "Welthandelsorganisation" wird so ziemlich jedes Stichwort mit VN-Bezug in den rund 170 Aufsätzen behandelt. Wer jetzt aber an langweilig geschriebene Texte denkt, der irrt. Die scheinbar trockene Materie wird von den unterschiedlichen Autoren zumeist sehr lebendig und anschaulich dargestellt. Schnell und einfach wird die interessierte Leserschaft durch das vermeintlich komplizierte Gebilde Vereinte Nationen geführt. Dass dabei auch die entsprechenden Internetseiten aufgeführt werden, ist mehr als hilfreich.
Auch gibt es kaum Themen, die ich vermisse. Neben zumeist Themen mit konkreten politischen Zusammenhängen, finden beispielsweise auch Linguisten, Briefmarkenliebhaber oder die am Weltraumrecht Interessierten ihre speziellen Beiträge. Die Zusammenarbeit der EU-Staaten in den Vereinten Nationen wird vorgestellt, sogar der Unterausschuss Vereinte Nationen des Deutschen Bundestages wird erwähnt und auch das allseits beliebte Stichwort "Globalisierung" darf nicht fehlen.
Trotzdem hätte die zweifelsohne noch sehr junge Zusammenarbeit zwischen den Vereinten Nationen und der Privatwirtschaft, bekannt als "Global Compact", durchaus auch schon ihren eigenen Platz verdient gehabt. Weiterhin ist der gute Ansatz, die VN-Politiken einiger Staaten in eigenen Kapitel darzustellen, ebenso noch ausweitenswert. So wichtig die ständigen Sicherheitsratsmitglieder sowie Deutschland und Japan in den Vereinten Nationen auch sind, ein Überblick über weitere wichtige Staaten sollte in der zweiten Auflage folgen. Neben beispielsweise Italien, Spanien und Kanada fallen mir im Sinne der in den Vereinten Nationen so oft propagierten gerechten regionalen Verteilung auch Südafrika, Brasilien, Argentinien oder auch Indien ein.
Sehr gut finde ich, dass auch die knapp 25 Jahre VN-Politik der DDR Beachtung finden, ein Fakt, der in vielen anderen Büchern oft vergessen wird. Explizit hinzugefügt werden sollte noch die Rubrik "Erfolge der Vereinten Nationen", denn es ist auffallend, dass diese eigentlich nur im Zusammenhang mit schlechten Nachrichten erwähnt werden. Wer weiß schon, was die Vereinten Nationen in den vergangenen knapp 56 Jahren ihres Bestehens alles schon geleistet haben?
Für alle die bis jetzt ausgehalten haben: der ITLOS (International Tribunal for the Law of the Sea) ist der Internationale Seegerichtshof in Hamburg und das UNCHS (United Nations Centre for Human Settlements) ist das Zentrum der Vereinten Nationen für Wohn- und Siedlungswesen in Nairobi. Für die "Uniting-for-Peace-Resolution", die "Feindstaatenklausel" und alle anderen Fragen kann ich nur das Lexikon der Vereinten Nationen empfehlen.
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