Customer Review:
Sehr dürftig
Das Buch bringt zur Hälfte inhaltlich fast völlig überholte Texte aus den Jahren 1980, 1986, 1988 und 1990, die Vidal damals in Zeitschriften veröffentlicht hatte. Auf diesen Umstand weist der Verlag (Europäische Verlagsanstalt) weder in der Ankündigung des Buches noch auf dem Umschlag oder im Inhaltsverzeichnis hin; man entdeckt es erst, wenn man in Erwartung aktueller Essays das Buch gekauft hat und anfängt zu lesen. Der „aktuellere" Rest blickt zurück auf die unaufklärbaren Unzulänglichkeiten der Stimmenauszählung der US-Präsidentschaftswahl 2000 und die Manipulationsmöglichkeiten bei elektronischen Abstimmungen im allgemeinen. Ein der Überschrift nach interessanter "Zwischenbericht: Die Wahlen 2004" langweilt auf ganzen dreieinhalb Seiten mit Marginalien über die bereits bei Erscheinen des Buches erledigten US-Präsidentschafts-Vorwahlen. Zur US-Kriegspolitik vergleicht Vidal das Vorgehen gegen Saddam und Hitler und trifft diese interessante Aussage: "Roosevelt brachte uns mittels Lügen dazu, gegen Hitler in den Krieg zu ziehen ..." (S. 38). Das wird deutschen Lehrstuhlinhabern für Zeitgeschichte sicher eine Gänsehaut über den Rücken jagen! Sagt man denn sowas?! Das Fazit zu diesem Buch ist jedoch leider: Für relativ viel Geld praktisch kein geistiger Ertrag.
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