Customer Review:
Ein Kriegstagebuch.
Joel Turnipseed erzählt in diesem Buch über seine Erinnerungen als Beteiligter am Golfkrieg als Mitglied des US-Marine-Corps.
Turnipseed war als LKW-Fahrer eingesetzt und nicht direkt an der Front, somit hat er sich einiges an Gräuel, die ein Krieg bieten kann, erspart. Trotzdem merkt man, dass allein die Tatsache des Einsatzes im Kriegsgebiet eine ganz andere Welt für die Soldaten schafft, und ohne einen gewissen Grad an Humor oder aber auch Gleichgültigkeit sind diese Erlebnisse kaum überwindbar.
Turnipseed passt irgendwie gar nicht in den Krieg und zu dem dort versammelten Haufen; als zurückhaltender Philosophiestudent hat er seine Bücher mit ins Lager gebracht und wird von allen „der Professor" genannt. Trotzdem ist es genau diese Art, die es ihm erleichtert, mit der Situation umzugehen. Und doch hat der Krieg auch auf ihn eingewirkt und ihm eine neue Sichtweise auf das Leben eröffnet.
Die Erinnerungen Turnipseeds sind auf eine sehr anschauliche und lebhafte Weise dargestellt. Dem Leser eröffnet sich eine sehr gute Vorstellung von dem Treiben in den Lagern, in welchen die Marines untergebracht sind. Schonungslos wird das Verhalten der Offiziere und Soldaten widergegeben, das teilweise ziemlich schockierend ist, obwohl jedermann klar ist, dass die Umgangsformen in diesen Gruppen v.a. zu Kriegszeiten nicht annähernd zur feinen englischen Art gehören. Die Aussage Turnipsees „Ich fühlte mich wie ein Schauspieler in meinem eigenen Leben" beschreibt genau die Art, wie er das Geschehen zu Papier bringt: emotionslos und mit viel Ironie.
Die Ausdrucksweise Turnipsees ist teilweise etwas kompliziert und erfordert einiges Nachdenken um zum Verständnis zu gelangen. Obwohl das Buch anfangs etwas schleppend und auch leicht langweilig erscheint, wird es in weiterer Folge doch einzigartig und eine fesselnde Lektüre.
Books: