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Ein Buch, das den Blick auf Diamanten verändert
„Ismael Dalramy verlor seine Hände im Jahr 1996 durch zwei rasche Axthiebe." Mit diesem Paukenschlag bringt der amerikanische Journalist Greg Campbell die Brutalität des internationalen Geschäfts mit Konfliktdiamanten gleich im ersten Satz auf den Punkt. Der Untertitel des Buches leitet etwas in die Irre, der Schwerpunkt liegt auf den Entwicklungen in Sierra Leone. Dort hatte 1996 Präsident Kabbah seine Landsleute aufgefordert, sich die Hände für den Frieden zu reichen. Um dies zu verhindern, hatten daraufhin die Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) damit begonnen, der Bevölkerung Hände und Arme abzuhacken. Deshalb zählte der 2002 offiziell beendete Bürgerkrieg nicht nur zu den blutigsten, sondern auch zu den zynischsten der Welt.
Finanziert wurde er mit der Kategorie an Diamanten, die auch wegen vergleichbarer Machenschaften in Angola und der Demokratischen Republik Kongo als Konflikt- oder Blutdiamanten bezeichnet werden. Fast nebenbei klärt Campbell darüber auf, wie das System des südafrikanischen Diamantenmonopolisten De Beers funktioniert und wie er mit Blutdiamanten verfährt- nicht zufällig ist das Kapitel mit „Das Syndikat" überschrieben. Auch dem Zusammenhang zwischen der Terrororganisation Al-Qaida und den Diamanten aus Sierra Leone widmet der Autor einen Abschnitt. Gegen Ende beschreibt er die Bestrebungen, den illegalen Handel mit Blutdiamanten abzuschaffen und lässt dabei offen, ob dies jemals wird gelingen können.
Seinem journalistischen Hintergrund entsprechend hat Campbell über weite Strecken den Stil der Reportage gewählt. Bei manchen Details, besonders bei denen über die Brutalität der RUF, möchte man als Leser in die Illusion flüchten, dass es sich um Fiktion handelt. Am Ende lässt einen das Buch voller Unglauben zurück - nicht darüber, dass es so gewesen sein mag, sondern darüber, dass man es nicht gewusst, ja nicht einmal geahnt hat.
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