Customer Review:
Interessant, verworren und egozentrisch
Das Buch von Benno Kroll ist in meinen Augen geschrieben aus Selbstzweck. Der Autor, uneheliches Kind eines Chinesen und einer Halbtschechin-Halbbelgierin, wurde von einem Deutschen, der seine Mutter (trotz des Kindes) heiratete an Kindes Statt angenommen. Sein Vater lebte später als Professor für Wirtschaftswissenschaften in Taiwan. Der Clan der Changs ist zerstreut über die USA, Rotchina, Taiwan und Deutschland.
In seinem Buch wechselt Kroll permanent zwischen seiner mütterlichen und der väterlichen Seite und hält keine Chronologie ein. Das irritiert beim Lesen. Aber man erfährt interessante geschichtliche Fakten aus Deutschland und China (wenn man sie nicht schon vorher wusste) und deren Auswirkungen auf die jeweiligen Individuen.
Vieles wird ziemlich breit ausgewalzt und immer wiederholt, während anderes (z.B. der Grund für den Freitod seiner ersten Frau) dem Leser verborgen bleibt. Mir zumindest.
Der Autor scheint getrieben von einer unersättlichen Suche nach Heimat, Familie und Geborgenheit, die er jedoch erst im Alter gefunden zu haben scheint.
Zugegeben, solch ein Familienepos ist nicht gerade leicht zu schreiben. Mir fehlt jedoch die Struktur, das konsequente Fortschreiben bestimmter Geschichten und Situationen.
Sehr positiv hervorzuheben: die Genealogie, die sich jeweils im vorderen und hinteren inneren Einband befindet.
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