Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx

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Authors: Moishe Postone
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Dezember 2003
Publisher: Ca Ira
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»Das Kapital ist selbst der prozessierende Widerspruch ...«
Moishe Postone stellt eine neue, kategoriale Interpretation der Marxschen Theorie vor, die auf einer Kritik der warenförmigen, den Wert bildenden Arbeit im Kapitalismus beruht. Wert wird durch die Verausgabung unmittelbarer menschlicher Arbeit im Produktionsprozeß als die vorherrschende Form des gesellschaftlichen Reichtums konstituiert. Die auf proletarischer, d.h. einseitiger und fragmentierter Arbeit basierende industrielle Produktionsweise analysiert Postone als spezifisch kapitalistische Produktionsform; Arbeit ist in ihr nicht Mittel sondern Zweck der Produktion, wobei stofflicher Reichtum nur als ein Mittel, um Wert zu erzeugen, produziert wird. Der Grundwiderspruch des Kapitalismus - als wachsender Widerspruch zwischen Wert und stofflichem Reichtum - bezieht sich im wesentlichen nicht auf den Widerspruch zwischen privater Aneignung und vergesellschafteter Produktion, sondern auf den Widerspruch innerhalb der Produktionssphäre selbst.

Postone weist nach, daß Marx mit seiner Kritik der politischen Ökonomie eine negative Kritik der Produktions- und Distributionsweise aufgestellt hat, die sich fundamental von der positivistischen Kritik der klassischen politischen Ökonomie unterscheidet, die Arbeit - als »Arbeit sans phrase« (:Arbeit9) - in einem transhistorischen Sinne identifiziert. Arbeit im Kapitalismus ist aber nicht nur als produktive Tätigkeit, die Menschheit und Natur vermittelt, zu verstehen sondern hat auch gesellschaftliche Bedeutung und führt zu entfremdeten Gesellschaftsstrukturen, die eine historisch spezifische, abstrakte und unpersönliche Form gesellschaftlicher Herrschaft bilden. Nur so lassen sich die anachronistischen Erscheinungen von Zwang, Mangel und Armut inmitten von Freiheit, Überfluß und Wohlstand in den kapitalistischen Hochburgen erklären.

Moishe Postone entlarvt mit seiner Neubetrachtung der kritischen Theorie von Marx den "real existierenden Sozialismus" als »die rigideste, verwundbarste und repressivste Form des staatsinterventionistischen Kapitalismus«. Während die traditionelle, klassenzentrierte Interpretation von diversen Marxverstehern mit ihrer Gesellschaftskritik vom Strandpunkt der :Arbeit9 in der kapitalistischen Gesellschaftsformation verfangen bleibt, weist Marx darüber hinaus auf eine Gesellschaft, in der Arbeit keine gesellschaftlich vermittelnde Rolle spielt, in der die Menschen nicht durch ihre eigene Arbeit beherrscht werden und in der der Mensch vom »bloßen Arbeiter« zum »gesellschaftlichen Individuum« (zum vollständigen Menschen) wird.
Marx- neu gelesen
"Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft" von Moishe Postone liegt nun auch im Deutschen vor und stellt eine profunde Darstellung und Neuinterpretation des Marxschen Werkes dar. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht der Arbeitsbegriff, so wie er in den Marxschen Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie entwickelt wurde. Im Gegensatz zu den Frühschriften von Marx wird der Arbeitsbegriff später von ihm historisch fundiert. Die Hauptthese ist, dasss im Kapitalismuns und nur in diesem die Arbeit einen Doppelcharakter hat: abstrakte und konkrete Arbeit. Postone zeigt ausgehend von dieser Unterscheidung, dass auch der Umgang, sowie das Verständnis und die Erfahrung von Zeit nicht unberührt bleiben. Die Arbeit im Kapitalismus (re)produziert ein System abstrakter Zwänge und Notwendigkeiten, welches nicht auf Einzelhandlungen zurückgeführt werden kann, und die Entfremdung der Gesamtgesellschaft von ihren emanzipatorischen Potentialen zur Folge hat. Postone wird es dann ausgehend von diesem theoretischen Rahmen möglich andere Marx Rezeptionen kritisch auf Einseitigkeiten und Hyposatsierungen zu durchleuchten. Im Zentrum des Interesses stehen dabei solch prominente Theorien wie dei von Georg Lukács, Jürgen Habermas und generell die kritischen Theorie der "Frankfurter Schule". Postone liefert mit dieser Studie ausreichend Stoff für eine sozusagen aufgeklärte Diskussion umd den Stellenwert und die Gültigkeit der Marxschen Theorie für die heutige neoliberal-globalisierte-(post)moderne Weltgesellschaft.
Marx- neu gelsen
"Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft" von Moishe Postone liegt nun auch im Deutschen vor, und stellt eine profunde Darstellung und Neuinterpretation des Marxschen Werkes dar. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht der Arbeitsbegriff, so wie ihn Marx in seinen Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie entwickelt hat. Dabei versucht Postone zu zeigen, dass Marx im Gegensatz zu einigen Überlegungen in seinen Frühschriften, den Arbeitsbegriff später historisch fundiert. Die Hauptthese besteht darin, dass die Arbeit in der bürgerlichen Gesellschaft und nur in dieser einen Doppelcharakter hat: abstrakte und konkrete Arbeit. Postone zeigt ausgehend von dieser Unterscheidung, dass auch der gesellschaftliche Umgang mit der Zeit und das Verständnis und die Erfahrung von dieser nicht unberührt bleiben. Auf diese Weise gelingt es Postone schlüssig darzulegen, wie die kapitalistische Arbeit die Gesellschaft, im Marxschen Sinne, grundlegend konstituiert und ein System abstrakter Zwänge und Notwendigkeiten (re)produziert, dass auf keine Einzelhandlungen zurückgeführt werden kann. Ausgehend von diesem theoretischen Rahmen wird es dann möglich andere Marx-Interpretationen kritisch zu hinterleuchten und ihr Schwächen und Eiseitigkeiten aufzuzeigen. Im Zentrum des Interesses stehen dabei solch prominente Theorien, wie die von Georg Lukács, Jürgen Habermas und generell die kritische Theorie der "Frankfurter Schule". Dieses Buch bietet also ausreichend Stoff für eine sozusagen aufgeklärte Diskussion um den Stellenwert und die Gültigkeit der Marxschen Theorie für die heutige neoliberal-globalisierte-(post)moderne Weltgesellschaft.

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