Muslime im säkularen Rechtsstaat

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Muslime im säkularen Rechtsstaat


Authors: Thomas Hartmann, Margret Krannich
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Januar 2001
Publisher: Schiler Verlag
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Customer Review:
Für eine offene Diskussion mit dem Islam
„Muslime im säkularen Rechtsstaat" könnte unbeabsichtigt als ein Zeichen stehen, als ein Zeichen für die Normalität, die uns der 11. September genommen hat. Das Buch ist davor erschienen, was auch daran erkennbar ist, dass es nicht vornehmlich um Terror und Gewalt geht. Es ist eines jener Bücher, die uns auf schmerzliche Weise daran erinnern, welchen Grad wir an Normalität durch die Geschehnisse der letzten Jahre und
mit den Diskussionen, die diesen hinterherrennen, verloren haben. Es zeigt uns aber auch, dass wir seit nunmehr vier Jahren eigentlich keinen Schritt weitergekommen sind. Übermächtige Themen wie „Sicherheit", „Religion und Terror" und die „Gefahr des Islams" haben alle Normalität, allen Fortschritt aus der
Diskussion genommen. Nicht nur sind wir nicht weiter gekommen, sondern es wurde uns sogar etwas genommen: Die fruchtbare Ernte der Diskussionen zuvor, die zwar noch nicht sehr groß war, aber zumindest deutlich zu knospen angefangen hatte.

Im Vorwort heißt es: „Das Buch fasst neun Texte zusammen, die - mit Ausnahme des Beitrags von Helma Lutz - auf die Veranstaltungsreihe „Muslime in Deutschland und Europa. Neue Akteure in Kultur und Politik" der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrer Landesstiftungen in Bayern Berlin, Hessen und Niedersachsen 1999 und 2000 zurückgehen.

Die Publikation setzt sich mit der Tatsache auseinander, dass Muslime inzwischen Teil der westeuropäischen und der deutschen Gesellschaft sind. Dabei ist die Präsenz von Muslimen im öffentlichen Raum der Bundesrepublik erst dabei, sich zu entwickeln. Im Verhältnis zu westeuropäischen Nachbarländern wie Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden sind wir eher Nachzügler; deshalb ist der Blick über den Tellerrand
aufschlussreich, wie die Beiträge von Tariq Ramadan, Tariq Modood, Helma Lutz und Arzu Merali zeigen.

In Deutschland bringt das Zusammenleben mit Muslimen drei zentrale, zum Teil unbequeme Themen auf die Tagesordnung: erstens das Verhältnis der Geschlechter, zweitens das Verhältnis zur Religion, und zwar nicht nur als private Angelegenheit, sondern als Frage von religiöser Kultur im öffentlichen Raum und drittens die konkrete Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen Religion und Staat, wie es sich im Prozess der Säkularisierung entwickelt hat.

Auf dem Hintergrund der derzeit in Deutschland stattfindenden Debatte um Fragen und Probleme eines Einwanderungslandes werden theoretische Diskurse über den Umgang mit „Differenz" praktisch: islamischer Religionsunterricht an Schulen, der Bau von Moscheen, die Kopftuch-Debatte und andere Begegnungen im Alltag sind Thema des ersten Teils. Die Konsequenzen für die gesellschaftliche Ordnung, die sich erst in einem theoretischen Diskurs erschließen, werden im zweiten Teil des Buchs behandelt."

Diese Debatte findet heute in Deutschland nicht mehr statt. Es geht nur noch um Fragen der Muslime als Sicherheits- oder Unsicherheitsaspekte und darum, wie viel Gefährdung von Kopftuchträgerinnen, Bartträgern, Betenden oder Fastenden ausgeht. Ein immenser Rückschritt. Deswegen hat das Buch vier Jahre nach seiner Erstveröffentlichung und die Debatte auf der es basiert, nichts an Aktualität verloren - im Gegenteil, sie hat heutzutage mehr als vorher den Anspruch von Vision und
Zukunftsgewandheit als vorher.

Books:

  1. Globalisierung und Peripherie. Umstrukturierung in Lateinamerika, Afrika und Asien
  2. Das Schweigen gebrochen. ' Out of the Shadows'. Geschichte - Anhörungen - Perspektiven
  3. Internationale Migration
  4. Europas langer Schatten - Afrikanische Identitäten zwischen Selbst- und Fremdbestimmung
  5. Hindu-Nationalismus und Globalisierung
  6. Ernährung sichern. Nachhaltige Landwirtschaft - eine Perspektive aus dem Süden
  7. Außenseiter im Weltsystem. Die Sonderwege von Kuba, Libyen und Iran
  8. Wem gehört die Natur?
  9. Bildung als Kritik der Erinnerung. Lernprozesse in Geschlechterdiskursen zum Holocaust-Gedächtnis
  10. Interkulturelle und antirassistische Bildungsarbeit. Projekterfahrungen und theoretische Beiträge

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