Customer Review:
Den Opfern ins Gesicht sehen
25 Jahre nach dem die letzten US-Soldaten am 30.04.1975 Vietnam verließen, fordert der Krieg immer noch Opfer. Die jüngsten unter Ihnen sind erst einige wenige Tage alt. Sie haben schlimme Krankheiten und zum Teil schreckliche Mißbildungen. Das Gift, das die amerikanische Armee über dem Dschungel und den Reisfeldern Vietnams versprühen ließ, ruft auch jetzt noch Leid und Elend hervor. Betroffen sind die Kinder und Enkel der Menschen, über deren Körper sich Giftregen aus chemischen Waffen ausbreitete.
In einem beeindruckenden Ausstellungskatalog berichten der Schweizer Autor Peter Jaeggi und der Fotograph Roland Schmid über die Auswirkungen des Agent Orange Einsatzes in Vietnam. Mehrere Wochen reisten Schmid und Jaeggi durch Vietnam, besuchten Krankenhäuser, Heime für Behinderte und Dörfern in den ehemals am stärksten von Agent Orange besprühten Provinzen. Dort sprachen sie mit den Opfern, ihren Eltern und Betreuern. Sie brachten von ihrem Besuch, keine Zahlenwerke oder wissenschaftlichen Abhandlungen mit nach Hause, sondern Fotos und Gesprächsprotokolle. Sie schauten den Opfern ins Gesicht und porträtierten Menschen, auch wenn sie schlimme Verstümmelungen und Mißbildungen tragen. Bei der Eröffnung der Ausstellung am 15.01.2000 in Basel wurden die beiden Autoren der Ausstellung gefragt warum sie so direkt den Blick auf die Körper der Opfer gerichtet hätten. Peter Jaeggi antwortete: "Wohin sollen wir denn sonst blicken, wenn nicht in die Gesichter und Augen der Opfer?" Es ist ihm zuzustimmen - ohne wenn und aber!
Die Fotoaufnahmen (schwarzweiß) der Opfer stehen im Zentrum des Buches, begleitet von sehr sachlichen kurzen einfühlsamen Texten. Ergänzt werden sie durch Fotos aus der Zeit des Vietnamkrieges u. a. von Marc Riboud, René Burri und Huynh Cong Ut.
Zusätzlich vermitteln Farbfotos Impressionen von Vietnam des Jahres 1999. Die Aufnahmen stammen von Mitgliedern der vietnamesischen Fotografenvereinigung.
Ein sehr empfehlenswertes Buch
Books: