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Wissenswertes über den Nordirlandkonflikt - ideal für Interessierte
"Nordirland auf dem Weg ins 21. Jahrhundert" ist ein informatives Buch über die aktuelle Lage in der europäischen Krisenregion Nordirland. Die sieben enthaltenen Aufsätze decken ein weites thematisches Feld ab und liefern so einen umfassenden Überblick. Sie sind klar und verständlich geschrieben und bieten eine hohe Informationsdichte. Lediglich ein paar Satzfehler stören das Leseempfinden, fallen jedoch nicht sonderlich ins Gewicht. Das Buch kann jedem empfohlen werden, der sich näher mit dem Nordirlandkonflikt auseinandersetzen oder sich über die aktuelle politische Lage in Nordirland informieren will.
Empfehlenswert und aktuell
Dieser 2004 von Christian Ludwig Knoll herausgegebene Sammelband bietet Beiträge einer Reihe versierter Autoren über Geschichte, Gegenwart und Ausblick des vor zehn Jahren eingeleiteten Friedensprozesses in Nordirland an. Darunter fallen Themen wie die paramilitärische Selbstjustiz ("knee-craping"), das wirtschaftliche Beiprogramm der Clinton-Administration mit kritischer Würdigung, eine Darstellung republikanischer Dissidentengruppen sowie eine Erörterung des Hasses als emotioneller Motor des Nordirlandkonfliktes. Bedauerlicherweise wird der Fokus zu stark auf das nationalistische Lager eingestellt. Lediglich der Verlust der Vorherrschaftsstellung und das damit einhergehende Demographieproblem werden herangezogen, um die Abneigung der protestantischen Mehrheitsgesellschaft gegen den Friedensprozeß zu nachzuvollziehen. Das alleine erklärt aber nur unzureichend, warum die Protestanten auch nach zehn Jahren Friedensprozeß die Katholiken teilweise immer noch unversöhnlich als Feinde wahrnehmen.
Fragwürdig ist der von Thomas Pfeiffer unternommene Versuch ("It's Derry - not Londonderry!"), die Erkenntnisse des Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer als Erklärungsmuster für politisch-religiöse Gewalt auch auf nordirische Verhältnisse zu übertragen. Heitmeyer geht von einem inzwischen überholten Behaviorismus aus und fasst zu weiträumig die eigenidentitätsbezogene Ablehnung anderer Gruppen als Merkmal quasi psychopathischen Verhaltens auf. Mit derartigem "Sachwissen" ausgestattet wird ein Unterhändler keinen weiteren Friedensnobelpreis für Nordirland gewinnen können.
Dennoch ist dieses Buch für am Nordirlandkonflikt Interessierte sehr empfehlenswert, ist es doch die derzeit aktuellste Darstellung, vor allem was den ausführlichen chronologischen Abriß über den Friedensprozeß betrifft
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