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"HAk" Hanseatisches Kettenwerk 1935 - 1945
In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit gehen Regierungen oft ungewöhnliche Wege, um die Arbeitslosen von der Straße zu holen. So auch 1935: In diesem Jahr wurde die Wehrpflicht eingeführt - und im Hamburger Stadtteil Langenhorn eine Munitionsfabrik gebaut. Diese Fabrik hätte überall entstehen können. Aber Langenhorn bot sich besonders an: Es lag draußen vor der Stadt, hatte günstige Verkehr-sanbindungen - und unverbaute freie Flächen. Auch die hohe Arbeitslosigkeit im Stadtteil stand dem nicht entgegen, war eher förderlich. Außerdem erschlossen von Langenhorn aus Buslinien das weitere holsteinische Umland. Auch hier war die Arbeitslosigkeit beträchtlich.
So unterstützten dann der Hamburger Senat und seine Behörden nachhaltig die Unternehmensansie-delung der Reichsregierung: Es entstand als Geheimprojekt in Langenhorn eine staatliche Munitions-fabrik, namens „Werk Hamborn", was nie bekannt wurde.
Konnte eine staatliche Munitionsfabrik gepachtet werden? Wie kann ein Unternehmer einer kleinen Metallwarenfabrik im Rheinland an der Rüstung teilhaben? Stellte er bislang doch lediglich Glieder-ketten her. Gliederketten für Matratzen, Lüster, Pelzkragen oder für Klospülungen.
Wie sah es vor rund siebzig Jahren in einem deutschen Rüstungswerk aus. Wie und was produzierte ein Unternehmer für den gefräßigen Krieg. Woher bekam er die Aufträge, woher nahm er die Arbeits-kräfte, wenn der Staat in den Krieg zog, sich aber die Soldaten von den Werkbänken der Unternehmen holte?
Es ist ein Verdienst des Autors, eine gut recherchierte Fallstudie über die Verflechtungen zwischen Kriegswirtschaft und Rüstungspolitik geschrieben zu haben. Ihm ist es nach fast 60 Jahren sogar noch gelungen, ehemalige ukrainische und weisrussische Zwangsarbeiter zu befragen, die als Kinder nach Deutschland verschleppt wurden, um die Rüstungsproduktion aufrecht zu erhalten. Daher unterschei-det sich der sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Beitrag auch wohltuend von all jenen akademischen Unternehmerbiografien nach dem Motto „Mein Feld ist die Welt". Ein Stichwort- und ein Sachver-zeichnis ermöglichen eine schnelle Orientierung. Ein Literatur- und Quellenverzeichnis bieten Hilfen bei Sachfragen. Die Quellenlage und der Forschungsstand werden ausführlich dargelegt. Zur Heraus-gabe der im Anhang wiedergegebenen 45 Dokumente gibt eine editorische Einführung.
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