Customer Review:
Faktenreich und unorthodox
Das Buch von Rolf Stolz ist eine solide Übersicht zum Thema
Einwanderung.
Wie schon in seinen Büchern über islamische Zuwanderer im Besonderen geizt Stolz nicht mit Fakten. Über 500 Fußnoten untermauern seine Zahlenangaben. Das Buch bleibt dabei gut zu lesen. Einschränkend muß man aber sagen, daß gewisse Begrenzungen, denen ein freier Journalist bzw. Privatgelehrter wie Rolf Stolz unterworfen ist, dem Buch angemerkt werden können. Eigene Forschungsergebnisse durch umfangreiches Studium von Statistiken etc. kann das Buch nicht bieten. Die Belege sind
hauptsächlich aus der Presse zusammengetragene Meldungen zur
Ausländerfrage. Das macht die Argumentation manchmal sprunghaft, da längerfristige Entwicklungen nicht mit lückenlosem Zahlenmaterial belegt werden können. Das wäre für ein journalistisches, nicht-wissenschaftliches Buch aber auch zuviel verlangt; zudem enthält der Anhang eine lange Liste weiterführender Literaturquellen.
An Stolz ist immer wieder seine undogmatische Sicht der Dinge
erfrischend. Er läßt sich nicht den Dienst einer Partei spannen oder zu einseitigen Schuldzuweisungen verleiten. Wer sonst weist zum Beispiel sonst noch darauf hin, daß es ein "wir" nicht gibt, wenn nach den Vorteilen und Nachteilen der Zuwanderung gefragt wird? Wenn deutsche Unternehmer sagen, "wir" bräuchten Arbeitskräfte, so meinen sie damit natürlich sich selbst. Für deutsche Arbeiter, die in Konkurrenz zu Einwanderern treten, gilt das Gleiche mit umgekehrten Vorzeichen.
Unbestechlich ist auch Stolz' historische Analyse, wenn er mit dem
Mythos aufräumt, die "linken 68er" hätten die Gastarbeiterzuwanderung organisiert. Tatsächlich waren es die schwarz-braunen Kreise, die in den 50ern und 60ern den Ton angaben.
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