Dschihad und die Wurzeln eines Weltkonflikts

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Dschihad und die Wurzeln eines Weltkonflikts


Authors: Gerhard Konzelmann
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: September 2002
Publisher: Herbig
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Kategorien - Politik & Geschichte - Politik nach Ländern - Restliches Asien

Customer Review:
Informative Einführung in die Thematik, wenngleich sprachlich ein wenig dröge
Alles begann vor ca. 250 Jahren in der arabischen Wüste. Der Prediger Mohammed Ibn Wahab forderte eine kompromisslose Rückbesinnung auf den Islam in seiner entschiedensten Variante, und die Emire des Hauses Ibn Saud verstanden es, die religiösen Energien des charismatischen Erweckers für ihre eignen politischen Interessen zu nutzen. Weitere einhundertfünfzig Jahre vergingen, das Haus Saud stieg von der Oase Riyad aus mit seiner wahhbaitischen Ideologie und seinen Ikwan Horden zur bedeutendsten Macht der arabischen Halbinsel auf. Andersgläubige, seien es Christen, Juden der sogar Shiiten hatten unter der Ägide des Hauses Saud nachts zu lachen, das shiitische Heiligtum Kerbela im benachbarten Zweistromland wurde schon 1802 mitsamt seinen 3000 Einwohnern von den wahhabitischen Fanatikern vernichtet( S. 77). Als das Osmanische Reich zusammenbrach, als das Erdölzeitalter begann, hätte die Stunde des Hauses Saud sogar auf weltgeschichtlicher Bühne schlagen können - wenn, ja wenn nicht das Königshaus und sein Umfeld inzwischen selbst vom westlichen Bazillus infiziert und in ihrer religiösen Entschiedenheit längst erschlafft worden wären. Dabei tat Einsatz mehr Not denn je. Überall in der Welt, in Bosnien, Kaschmir, in Afrika aber vor allem in Afghanistan drohte der Islam unterzugehen, eine Wahrnehmung, die den jungen saudischen Unternehmersohn Osama Bin laden als freiwilligen Kämpfer nach Afghanistan führte, wo er sich dem Befreiungskampf gegen die Russen anschloss. Unterstützt wurden die radikalen Dschihadisten dabei, man glaubt es kaum, von dem amerikanischen und pakistanischen Geheimdienst, die soweit gingen, nach dem Abzug der Russen die Taliban zu unterstützten, die das Land in einem Siegeszug ohnegleichen für die Lehre des radikalen Wahhabitismus erobrten. Dann trennten sich die Wege Osama Bin Ladens und der Clinton Administration, die sich reichlich blauäugig in Afghanistan den Teufel ( Kommunismus ) mit dem Beelzebub (Islamismus ) vertrieben hatte.
Vom Staatsterritorium der islamischen Republik Afghanistan unter dem Schutz des Staatschefs Mullah Omar begann Osama Bin Laden Seinen Terrorfeldzug gegen Amerika, der im September 11 kulminierte. Schon vorher waren überall Terrrozellen in den europäischen Ländenr entstanden, deren Aufgabe darin bestand, Geld zu beschaffen oder zu waschen, junge Muslime zu rekrutieren oder wie in Hamburg Harburg Terroranschläge zu planen. Es ist geradezu erschütternd zu lesen, auf welcher Breite damals die deutschen Geheimdiesnte versagt haben - aber auch den anderen Geheimdiensten ging es kaum anders, die Moscheen in den westlichen Ländern waren rechtsfreie Räume. Was Konzelmann in diesem Zusammenhang über das "Schläfer Netz" in Europa schreibt ( S. 246ff.) ist beängstigend, ebenso die Liste der gottlob durch die Aufmerksamkeit der britischen und französischen Geheimdienste verhinderten weiteren Anschläge. Das Buch endet mit der Schilderung der Besetzung von Afghanistan und dem Irak, aber es ist nach Meinung des Autors keineswegs ein happy sein, eine Voraussage, die sich im Nahen Osten, im Libanon und vor allem im Irak leider bewahrheitet hat.
Wie es weitgehend soll, wie sich der Westen Gegenüber der islamistischen Herausforderung verhalten soll, verschweigt der Autor allerdings, wie er sich überhaupt im Beschreibenden verliert. So interessant und aufschlussreich viele Details auch sein mögen ( wer wußte, das ein Drittel aller pakistanischen Offiziere dem fundamentalistischen Islam anhängen?), es mangelt dem Buch doch gewaltig an Überblick und Struktur - mehr noch an sprachlicher Brillanz und Ambition. Daran ändert auch das merkwürdig deplazierte Fontane Gedicht am Beginn des Werkes nichts. Empfehlenswert für diejenigen, die einen handbuchartigen und überreichend chronologisch aufgebauten Überblick über den islamistischen Terrorismus der letzten Jahre lesen möchten
Allahs Plagiator
Gerhard Konzelmann - der angeblich "intimste Kenner Arabiens" - ist gar kein Nahostexperte, sondern vielmehr ein Plagiator und unkundiger Publizist. Das enthüllt Gernot Rotter, Prof. für Gegenwartsbezogene Orient-Wissenschaft, in seinem Buch "Allahs Plagiator", isbn 3-9802298-4-x. Der Autor weist dort nach, daß Konzelmann in vielen seiner "Sachbücher" erhebliche Teile wörtlich oder fast wörtlich von anderen Autoren abgeschrieben oder in nur leichter Abwandlung nacherzählt hat - und das alles ohne Quellenangabe.
Darüber hinaus besteht Konzelmanns Eigenanteil an seinen Büchern aus historischen Verfälschungen, belanglosen Anekdoten sowie unhaltbaren Vorurteilen gegenüber der arabischen Welt und dem Islam. Rotter kommt zu dem Ergebnis, daß Konzelmann die öffentliche Meinung über die Araber und den Islam viele Jahre irregeführt und zu einer Wiederbelebung des Feindbildes "Islam" beigetragen hat.
Brilliant
Durch seine jahrelange Nah-Ost Erfahrung hat Gerhard Konzelmann die schwierigen und oft unverstaendlichen Zusammenhaenge brilliant analysiert und zusammengefuegt. Dschihad und die Wurzeln eines Weltkonflikts berichtet nicht nur ueber die Hintergruende des 9/11, sondern analysisert die politischen Implikationen des Kalten Krieges, sowie die Rolle der USA in der 'kreation' des Konflikts. - Das Buch ist ein muss, fuer jeden der mit der Materie vertraut ist, sowie fuer 'Neulinge'.

Books:

  1. Weltbilder und Weltordnung
  2. Putins Welt. Russland auf dem Weg nach Westen
  3. Politische Steuerung und neue Staatlichkeit. Staatslehre und politische Verwaltung
  4. Die Europäische Union nach Nizza: Wie Europa regiert werden soll
  5. Das Janusgesicht der PDS. Wähler und Partei zwischen Demokratie und Extremismus
  6. Mission Afghanistan. Erfahrungen einen UNO-Diplomaten
  7. Ulrich Becks kosmopolitisches Projekt. Auf dem Weg in eine andere Soziologie
  8. Von Allah zum Terror? Der Djihad und die Deformierung des Westens
  9. Demaskierung der Macht. Niccolo Machiavellis Staats- und Politikverständnis
  10. Afrika im Blickfeld

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