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Von Geist und Vorbildern, Quälgeistern und Halbbildung
Jacobis ungewöhnliche und ungemütliche Analyse beschreibt Entwicklungen in Politik, Medien, Gesellschaft, Kunst, Familie, Geschichte und Glaube. Anhand mehrerer Beispiele und Andeutungen vermag Jacobi Tendenzen zu erkennen und daraus in spenglerischer Tradition Schlüsse zu ziehen. Das „letzte Wort", das Ende der Geschichte (Fukuyama) im vermeintlich konkurrenzlosen paradiesischen System der Konsumfreiheit (sowieso tautologisch), ist für Jacobi nicht gesprochen - obwohl „noch nie zwischen Möglichkeiten und Moral der Menschen ein größerer Abgrund klaffte... Regierte und Regierende, öffentliche und veröffentlichte Meinung driften ebenso auseinander...Die alten Werte sind ausgehöhlt...Werte, für die einst Menschen ihr Leben einsetzten, dünken vielen als Schnee von gestern...So wie der Greis im hohen Alter wieder kindisch wird, so wird die niedergehende Kultur infantil (siehe Fernsehprogramm)..." 19 Porträts und Interviews mit bekannten dt. Persönlichkeiten des „öffentlichen Lebens" und eine Zitatensammlung runden das unterhaltende, dennoch nachdenklich machende Buch ab.
Ein Alleskönner unter den deutschen Journalisten
Im Rad der Geschichte. Deutsche Verhältnisse' ist rasch vorgestellt. Das Buch besteht aus vier Teilen, knappen, kräftig skizzierten Kapiteln über die Situation der Bundesrepublik Deutschland, einer herrlichen Zitatensammlung und 19 Porträts von bekannten deutschen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien. Abgerundet wird das 250 Seiten umfassende Buch durch ein pfiffiges ABC der Bundesrepublik, wo Jacobi nochmals mithilfe von Schlüsselbegriffen das gegenwärtige Deutschland beschreibt, das er in kritischer Lage sieht. Meisterhaft sind in aller Regel Jacobis Eröffnungen zu den Kurzporträts. Wie z.B über HAns-Dietrich Genscher, Gill Sander.
Die Photos in seinem neuesten Buch zeigen dann auch, dass er mit großen Persönlichkeiten in diesem Lande auf gleicher Augenhöhe verkehrt. Und seine Gesprächspartner - und die Art und Weise, wie er sie beschreibt, verraten natürlich auch etwas über den Autor.
Uwe von Schoenfeldt, Füssen
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