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Feinde des Friedens
Ludwig Watzal gehört zu denjenigen Autoren, die bereits früh die Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern kritisch betrachtet haben. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Watzals reservierte Haltung in vielen Punkten einer gewissen Grundlage nicht entbehrt. In seinem jüngsten Buch „Feinde des Friedens" spiegeln sich zahlreiche Aspekte seiner Positionen wieder, die er bereits seit Jahren vertritt. In für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich direkter und deutlicher Form behandelt und kommentiert er die zahlreichen, für die Aussöhnung beider Völker störenden Begleitfaktoren. Kernbestand seiner Ausführungen sind eine Schilderung und Kommentierung der Umstände der völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungspolitik, der Abriegelung der besetzten Gebiete, der Verstöße gegen die Menschenrechte auf beiden Seiten sowie die misslichen Zustände innerhalb der palästinensischen Autonomiebehörde oder auch die desolate Verfassung der israelischen Friedensbewegung. Viele Zusammenhänge, die bisher oftmals nur bruchstückhaft bekannt waren, versucht Watzal in einem neuen Zusammenhang zu präsentieren. Die teilweise ausführlichen Schilderungen (leider nicht immer mit Quellenbezeichnung), versehen mit interessantem Kartenmaterial, zeigen, dass Watzal über ein profundes Wissen zur Thematik verfügt. Bei seiner Argumentation begibt sich der Autor aber auch in einige politische Minenfelder. Für Watzal ist offenkundig, dass Israel bereits im Vorfeld der Abkommen bestimmte Konzessionsgrenzen gezogen hatte - etwa in der Frage der Gestaltung des Palästinenser-Staates. Er sollte von Beginn nicht mehr als ein palästinensisches „Gefängnis mit Mittelmeerblick" werden. Licht wird auch in das Dunkele der gescheiterten Verhandlungen von Camp David II zu bringen versucht, indem der Vorwurf entkräftet wird, Arafat habe seinerzeit durch die Ablehnung der Vorschläge Baraks sein eigenes Volk verraten. Der Leser ist hier und an zahlreichen anderen Stellen angehalten, seine Positionen in einigen Grundfragen zu revidieren. Watzals überwiegend pessimistische Bewertung des Friedensprozesses lässt allerdings einige Fragen nach den Alternativen offen. Das letzte Kapitel zum „Ausblick" fällt im Verhältnis zu anderen Passagen etwas knapp aus. Gerade die Europäer, darunter insbesondere die Deutschen - so äußert sich der Autor abschließend - sollten sich stärker im Nahen Osten engagieren. Da Watzal sich in seiner Kritik gegenüber Israel unter deutschen Autoren als Teil einer Avant Garde versteht, darf man auf seine weiteren Bücher gespannt sein. Eine kritische Studie zur Auseinandersetzung gerade der Deutschen mit dem Nahost-Konflikt scheint lange überfällig. Watzal wäre dafür ein interessanter Autor. Im Preis/Leistungs-Verhältnis jedenfalls verdient sein hier vorgelegtes Buch ein „sehr empfehlenswert". Auf kleinem Raum werden zum günstigen Preis viele Informationen vermittelt, die - gerade wegen der so stark Emotionen beladenen Thematik - vom gewissenhaften Leser natürlich immer auch hinterfragt werden sollten.
Traurig aber sehr wahr
Wer dieses Buch gelesen hat, den wundert wirklich gar nichts mehr. Der Autor kann glaubwürdige Fakten und unzählige Originalzitate israelischer Politiker wie z. B. Rabin vorweisen, die belegen, dass es in der Geschichte des Nahostkonflikts im Grunde keine israelische Regierung gab, die an einem gerechten Frieden und einem Ende des Apartheidszustandes interessiert war.
Vielmehr bestimmt taktisches Kalkül und eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der palästinensischen Bevölkerung die israelische Politik. Unter anderem mit Verweis auf die neuen Historiker in Israel räumt der Autor mit den immer noch bestehenden Mythen in Bezug auf Israels Kriege und die allesamt erfolglosen Friedenskonferenzen auf.
Um den Vorwurf der Einseitigkeit zu entkräften. Der Autor spart auch nicht mit Kritik an Arafat und seinen korrupten Mitstreitern, die den Friedensprozeß durch Dilettantismus und aus Eigennutz massgeblich schädigten.
Vielleicht könnte es eine Lösung des Konfliktes geben, wenn mehr Leute solche Bücher schreiben und lesen würden. Die Wahrheit ist immer hart, deswegen bekommt man sie auch fast nie zu hören. Beim Lesen dieses Buches wird einem schlecht und gerade deshalb ist es absolut empfehlenswert.
Beurteilung ohne Scheuklappen
Der Autor beschreibt mit profunder Detailkenntnis die Rückeroberung des Landes zwischen Mittelmeer und Jordan durch die Juden im 19. bis 21.Jahrhundert. Ohne dem opportunistischen Mainstream zu folgen, der in Deutschland jeglicher Kritik am jüdischen Staat aus dem Wege geht, schildert er die Verbrechen, die unter völkerrechtlichem Aspekt tagtäglich an Palästinensern begangen werden. Erschreckend sind seine Beweise der zunehmend religiös und damit fanatischer werdenden israelischen Gesellschaft, die sich galoppierend vom westlichen Verständnis von Demokratie entfernt.
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