Customer Review:
Was übrig blieb...
Vorab gesagt, ist das Buch sehr gut. Der Autor hat einen eingängigen, gut verständlichen Schreibstil, der zum Weiterlesen animiert.
Inhaltlich ist das Buch sehr gut recherchiert. Es wird ein Bild gezeichnet von Erich Honecker, das soooo bisher nicht in der Öffentlichkeit vertreten wurde. Honecker stammt aus einfachsten Verhältnissen, einem kommusistisch geprägten Elternhaus im Saarland. Verfolgt und eingesperrt von den Nazis, steigt er unter Ulbricht zum zweiten Mann der DDR auf. 1971 putscht er, mit Unterstüzung der Sowjets und hievt sich selbst an die Spitze des Staates. Dort klammert er sich an die Macht, herrscht über eine sich wirtschaftlich im Tiefflug befindliche DDR und verpasst über seinen Altersstarrsinn den Moment für Reformen, den andere ehemalige Sowjetstaaten schafften. Schließlich wird er von Krenz aus seinem Amt getrieben. Von Krankheit gezeichnet flieht er über Umwege nach Chile, wo er schließlich 1994 stirbt. Der Autor zeichnet das Bild eines von seiner Kindheit und Jugendzeit stark geprägten Mannes, der sich immer gut an politische Gegebnheiten anpassen konnte, der ein skrupelloser Machtmennsch war und zuletzt, nach den Ende der DDR ein Relikt aus vergangenen Block-Tagen. Am Ende wird dem Leser deutlich, dass Honecker mit seiner Ideologie scheitern mußte und eben nichts von all dem übrig bleibt.
Books: