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Ein Offizier, aber kein Gentleman
Diese Sharon Biographie geht mit dem ehemaligem Regierungschef zwar hart ins Gericht, aber der Auto (er bezeichnet sich selbst übrigens als israelischen Patrioten) ist dabei immer fair und er belegt seine Kritik stets mit Fakten.
Er beschreibt in dieser Biograph vor allem die Entstehung und Entwicklung des israelisch - palästinensischen Konfliktes und nimmt dabei eine Israel kritische Haltung ein.
Trotzdem erkennt man an seiner Wortwahl immer, dass es ihm nicht darum geht eine Seite eine art von Schuld zuzuweisen, um damit eine neue Eskalation der Gewalt zurechtfertigen.
Hierfür möchte ich eine Leseprobe geben und einen kleinen Ausschnitt aus den Seiten 155 bis157 zitieren:
"Hinzu kommt, dass in dieser Auseinadersetzung die Menschen auf beiden Seiten höchst emotionalisiert sind. Es ist charakteristisch für solche Konflikte, dass jedes Verständnis für die Hoffnungen, Gefühle, Auffassungen und das Leiden der Gegner verloren geht. . . "
"Für die israelischen Juden stellte das Phänomen den ultimativen Beweis für das grausame, fanatische und primitive Naturell der Palästinenser dar, sie folgerten daraus, dass es unmöglich sei, vernünftig mit Leuten zu verhandeln, die Kinder losschicken, um unschuldige Menschen und sich selbst umzubringen. . ."
"Fehlendes Mitgefühl hat den Grossteil der israelischen Bevölkerung blind gemacht gegenüber Armut, lebenslanger Schikanierung und Demütigung, Hoffnungslosigkeit und Gewalt, wodurch das Leben so vieler Palästinenser zerstört wird . . ."
"Am 17. Dezember 2000 begann Israel mit Hinrichtungen ohne vorangehendes Gerichtsverfahren, was als gezielte Tötungen bezeichnet wurde . . . Kenner der Verhältnisse vermuten, dass die israelische Regierung die Hinrichtungen aus führen ließ, um zynischerweise eine Reaktion seitens der Palästinenser zu provozieren."
Eine kritische Sharon-Biografie
Dieses Buch ist eine eine kritische Sharon-Biografie.
Der Autor zeichnet den Werdegang Sharons als General und Politiker nach. Dabei sieht man, dass Sharon auch als General nur an seinen eigenen Vorteil dachte und waghalsige Aktionen durchführte, um berühmt zu werden. Sharon ging jedoch seinen Weg und kam immer wieder zurück an die Macht. Auch sein Rücktritt als Verteidigungsminister (wegen einer Verwicklung in ein Massaker in einem Flüchtlingslager für Palästinenser im Libanon) konnte ihm nicht schaden. Sharon wurde israelischer Premierminister und ist der erste Regierungschef, der besetzte Gebiete aufgibt.
Nach Ansicht des Autors möchte Sharon jedoch einen rein jüdischen Staat und deshalb den palästinensischen Staat vernichten: Das ist mit Politizid gemeint.
Nebenbei gibt das Buch einen Einblick in die Lage der Menschenrechte in den besetzten Gebieten und den Zustand der israelischen Gesellschaft. Ich teile die Auffassung der taz, dass dies ein wichtiges Buch ist.
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