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Kenntnisreiche Analyse
Dieses Buch vermehrt keinesfalls die so gern gelesenen Verschwörungs-Gerüchte, die so manche Menschen angesichts der dicken und undurchdringlichen Mauern des Vatikan ersinnen. Ganz im Gegenteil: Der Auto, Ludwig Ring-Eifel, ist seit vielen Jahren als Vatikan-Korrespondent der Katholischen Nachrichten-Agentur tätig, hat Papst Johannes Paul II. auf vielen Reisen begleitet und gilt als exzellenter Vatikan-Kenner. Und dies schlägt sich in seinem Überblick über den politischen Einfluss des Einfluss des Vatikan von 1870, dem Ende des Kirchenstaats, bis in die jüngste Geschichte hinein nieder. Kenntnisreich schildert er Höhe- und Tiefpunkte vatikanischer Politik unter 10 Päpsten und schließt mit einem Ausblick auf die „Vatikanische Weltpolitik im 21. Jahrhundert". Wer sich mit dem Papsttum der Neuzeit und seinen Einflussmöglichkeiten auf die „weltliche" Politik beschäftigt, wird an diesem Buch keinesfalls vorübergehen dürfen.
Eine Lanze für das Papsttum
Aus dem Schmollwinkel der vatikanischen Gärten zum Global Player; so könnte man das Buch von Ludwig Ring-Eifel untertiteln, das in gut recherchierter Art, kenntnisreich und unterhaltsam die Geschichte des Papsttums seit 1870 schildert.
Ohne sich auf einen den Rahmen sprengenden Ideologie- und Moraldiskurs einzulassen wird hier die europäische Politik der letzten 130 Jahre aus der Sicht des Zwergstaates Vatikan dargestellt: wie er beinahe ohne Territorium als Staat fast von der Landkarte verschwand, als moralische Instanz, Mittler zwischen den Staaten und unverbiegbarer Verfechter christlicher Werte gerade unter dem heutigen Papst enorm an Einfluss gewonnen hat.
Dem Leser wird die fremde Welt der Organisation des Vatikans vorgestellt, und damit ganz schnell verdeutlicht, dass er hier einen ganz besonderen Staat kennen lernt, der nicht in Legislaturperioden denken muss.
Durchaus kritisch wird dabei die Rolle des Heiligen Stuhls in den Weltkriegen dargestellt. Fast wie ein Thriller im Zeitraffer liest sich der Beitrag des Papstes zum Verschwinden des Sozialismus. Auch der Einsatz von Gewalt unter dem Mandat der Vereinten Nationen wird aus der Sicht eines Insiders differenziert statt plakativ vorgetragen, was beim Lesen vielleicht zur Ermüdung aber auch zu besserem Verständnis der politischen Position führt.
Insgesamt stellt sich für mich bei der Lektüre heraus, dass der Vatikan in seiner jüngeren Geschichte wohl mehr moralische Kompetenz gewonnen hat als der große westliche Alliierte im gleichen Zeitraum verspielte.
Sehr empfehlenswert, gerade für Zeitgenossen, die hinter der Politik des Vatikans schon immer mehr als Reisewut und dpa Verlautbarungen über die Krankheiten des Papstes vermutet haben.
Eine Lanze für den Papst
Aus dem Schmollwinkel der vatikanischen Gärten zum Global Player; so könnte man das Buch von Ludwig Ring-Eifel untertiteln, das in gut recherchierter Art, kenntnisreich und unterhaltsam die Geschichte des Papsttums seit 1870 schildert.
Ohne sich auf einen den Rahmen sprengenden Ideologie- und Moraldiskurs einzulassen wird hier die europäische Politik der letzten 130 Jahre aus der Sicht des Zwergstaates Vatikan dargestellt: wie er beinahe ohne Territorium als Staat fast von der Landkarte verschwand, als moralische Instanz, Mittler zwischen den Staaten und unverbiegbarer Verfechter christlicher Werte gerade unter dem heutigen Papst enorm an Einfluss gewonnen hat.
Dem Leser wird die fremde Welt der Organisation des Vatikans vorgestellt, und damit ganz schnell verdeutlicht, dass er hier einen ganz besonderen Staat kennen lernt, der nicht in Legislaturperioden denken muss.
Durchaus kritisch wird dabei die Rolle des Heiligen Stuhls in den Weltkriegen dargestellt. Fast wie ein Thriller im Zeitraffer liest sich der Beitrag des Papstes zum Verschwinden des Sozialismus. Auch der Einsatz von Gewalt unter dem Mandat der Vereinten Nationen wird aus der Sicht eines Insiders differenziert statt plakativ vorgetragen, was beim Lesen vielleicht zur Ermüdung aber auch zu besserem Verständnis der politischen Position führt.
Insgesamt stellt sich für mich bei der Lektüre heraus, dass der Vatikan in seiner jüngeren Geschichte wohl mehr moralische Kompetenz gewonnen hat als der große westliche Alliierte im gleichen Zeitraum verspielte.
Sehr empfehlenswert, gerade für Zeitgenossen, die hinter der Politik des Vatikans schon immer mehr als Reisewut und dpa Verlautbarungen über die Krankheiten des Papstes vermutet haben.
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