Customer Review:
Direkt aus dem Nähkästchen unserer Politiker geplaudert
Als ich den Titel des Buches zum ersten Mal hörte, wirkte er eher wie "Kindergarten" auf mich, und hätte ich nicht zufällig eine Rezension darüber gelesen und den Untertitel erfahren, hätte ich das Buch nicht gekauft. Der Inhalt erweist sich aber als wahre Fundgrube der Spielchen, Intrigen, Winkelzüge und Machtstrategien unserer Politiker. Und obwohl heute schon wieder ganz andere Politiker als im Erscheinungsjahr des Buches an der Macht sind, hat es überhaupt nichts an Aktualität verloren. Vom geschickten Umgang mit unliebsamen Partei"freunden", dem politischen Gegner, der Journalistenschar, den Massenmedien, vom richtigen Aufstieg in Ämter und dem eleganten Abtritt weg vom politischen Parkett: davon handelt dieses Buch. Gespickt ist es mit treffenden, zum Teil witzigen Weisheiten und Anekdoten unserer Volksvertreter. Und auch ganz allgemein für den passenden zwischenmenschlichen Umgang in allerlei gesellschaftlichen Gruppierungen hält das Buch praktische Tipps bereit
Joschka Fischers Pollenflug
Immer wieder haben Autoren nach klugen Antworten auf die Frage gesucht, mit welchen Methoden und Strategien politische Herrschaft erlangt und über einen längeren Zeitraum behauptet
werden kann.
Auch Niejahr und Pörtner beschäftigen sich mit den unzähligen
Möglichkeiten im Spiel um die Macht erfolgreich zu sein und dokumentieren die diesbezüglich nicht selten fragwürdigen Handlungsweisen anhand vieler Beispiele aus dem Alltag unserer Bundespolitiker.
Um Sachinhalte und über diese, vielleicht sogar "ethische Grundsätzlichkeiten" in der Politik durchzusetzen, bedarf es stets eines gewissen Machtpotentials. Die beiden Autoren zeigen auf, dass einerseits mit beträchtlicher Energie am Ausbau besagten Machtpotentials gearbeitet wird, aber keineswegs, um auf diese Weise vernünftige und damit in der Regel unpopuläre Ziele zum Wohle vieler Bürger durchzusetzen, sondern ausschliesslich, um die eigene Herrschaft dadurch festzuklopfen. Für all das, was die politische Vormachtstellung schwächen könnte, wie eben etwa die Durchsetzung unpopulärer Sachinhalte, werden korrumpierende Mittel ( Gelder, Ämter, lukrative Versprechungen aller Art) eingesetzt und dabei billigend in Kauf genommen, dass hierdurch der demokratische Entscheidungsprozess zu bloßen Farce verkommt. Die "schmutzigen Hände" der politischen Akteure bleiben auch nach der Analyse dieser beiden hervorragenden Journalisten eine - leider immer noch - gültige Metapher!
Pflichtlektuere im Wahljahr
Selten hat mich ein politisches Buch so gefesselt, amüsiert, verblüfft und manchmal auch geärgert. In vielen kurzen Episoden wird das 'Politikmachen' mit köstlichen Beispielen beschrieben, und Machiavelli steht immer hinter dem Vorhang und wartet mit dem Messer.
Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, auch um im Wahljahr unseren Volksvertretern nochmal etwas genauer und ungeschminkt hinter die Fassade zu schauen.
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