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Multitude
Vier Jahre nach dem Theoriebestseller Empire folgt die Fortsetzung der kritischen Gesellschaftsanalyse. Im Empire, das sich durch bürgerkriegsähnliche Konflikte in einem permanenten Ausnahmezustand befindet, kann eine Multitude als politisches Subjekt entstehen, das den Wunsch nach Gleichheit und Freiheit, nach einer offenen und alle einbeziehenden globalen Gesellschaft verkörpert und, so Hardt/Negri, die Mittel...
Sagen wir es frei heraus: Michael Hardt und Antonio Negri folgen mit Multitude, der Fortsetzung ihres viel beachteten Bestsellers Empire, offensichtlich dem Marktgesetz, schnell ein Buch nachzulegen, solange der Ruhm noch frisch ist. Hatten sie mit Empire in intellektuellen Kreisen jeglicher Couleur noch völlig zu Recht für Furore gesorgt, beschleicht einen während der Lektüre des Nachfolgebandes bisweilen das Gefühl, hier verlören sich zwei von ihrem Erfolg trunkene Autoren in ihren eigenen - etwas vorschnellen, aber normativ überhöhten - Spekulationen.
Unter Multitude rubrizieren die Hardt/Negri "die Menge" als Antipode des Empire (will heißen: des globalen Kapitalismus). Gegen das Projekt eines entfesselten Globalismus des Kapitals setzen sie das Projekt einer globalen Demokratie, die heute erstmals realistisch möglich sei: Dieses "Projekt der Multitude drückt nicht nur den Wunsch nach Gleichheit und Freiheit aus, es verlangt nicht nur eine offene und alle einbeziehende demokratische Gesellschaft, sondern stellt auch die Mittel bereit, dies alles zu erreichen." Zwar haben wir nach der Lektüre offen gestanden nicht das Gefühl, dass die Autoren dieses große Versprechen am Ende tatsächlich eingelöst haben. Dennoch und trotz aller Einwände: Inspirierend ist die Lektüre allemal. Sie fordert, nicht zu knapp, Widerspruch heraus, ermuntert aber auch zum korrektiven Weiterdenken.
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