Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg. Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen

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Authors: Paul R. Krugman
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Februar 1999
Publisher: Campus Sachbuch
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Empfehlenswerte Sammlung von Krugman-Artikeln
Auf einer Veranstaltung des frisch gewählten Präsidenten Clinton lauschte der amerikanische Ökonom Paul Krugman einem Vortrag des damaligen Apple-Chefs John Sculley über den "globalen Krieg in der Wirtschaft". Die martialische Rede erntete begeisterten Applaus anwesender Honoratioren. Krugman klatschte nicht, sondern dachte nach: In seinen Augen war die Weltwirtschaft keineswegs der Kampf um einen Kuchen namens Wohlstand, kein Nullsummenspiel, bei dem der eine dem anderen etwas wegnahm. Doch die Populisten, die genau dies behaupteten, stießen nicht nur überall auf offene Ohren, sondern machten mit ihren Thesen zudem ordentlich Kasse. Also schrieb Krugman eine Generalabrechnung mit den "Pop-Ökonomen". Man kann ihm nur dankbar sein dafür, denn es beleuchtet das Thema Internationaler Wettbewerb mit vielen plausiblen Beispielen (leider meist nur aus den USA), Analysen und Kommentaren, gewürzt mit reichlich Polemik gegen seine akademischen Widersacher. Schade nur, dass Krugman in vielen Kapiteln immer wieder von vorne anfängt und die Thesen und Themen gebetsmühlenartig wiederholt - wohl weil das Buch eine Zweitverwertung einzelner, bereits vorher veröffentlichter Artikel ist. Wir empfehlen es trotzdem allen, die bei den Themen Globalisierung und Internationaler Wettbewerb fundiert mitreden wollen.
Ein wahrer lesegenuß!
Paul Krugman, einer der brilliantesten ökonomen unserer zeit, rechnet mit der these ab, die staaten würden untereinander konkurieren wie unternehmen, ja es würde regelrecht ein kampf um alles oder nichts stattfinden.
Anfang der neunziger machten sich viele amerikaner sorgen, von der deutschen und japanischen wirtschaft erdrückt zu werden. Nachdem diese volkswirtschaften selber in eine krise gerieten, war das plötzlich kein theman mehr. Nun waren die asiatischen schwellenländer das feindbild, bis diese ebenfalls in eine krise gerieten.

Paul Krugman beweist, dass feindbilder im welthandel ein unsinn sind. Je höher das wirtschaftswachstum eines landes und je stärker seine exporte steigen, desto schneller wächst auch das dortige lohnniveau und der bedarf nach hochwertigen importgütern.

Krugmans werk ist auch eine reaktion auf reißerische bücher selbsternannter experten wie Lester Thurow, die wirtschaftskriege vorraussagen. Krugman gelingt es die thesen dieser gurus bloßzustellen und deckt viele peinliche fehler auf.

Dieses buch wurde in den neunzigern geschrieben. Die thesen kann man aber uneingeschränkt auf die gegewart beziehen. So hat die gegenwärtige wachtumsschwäche und hohe arbeitslosigkeit in deutschland nichts mit dem welthandel oder den aufstrebenden neuen EU-Mitgliedern zu tun. Deutschland exportiert nach wie vor mehr als wie es importiert. Die probleme sind zu viel staat, zu viel regulierung, zu wenig flexibilität, zu hohe steuern, zu geringer anreiz für arbeitslose einen schlecht bezahlten job anzunehmen.
Auf den zweiten Blick
Die Arbeiter in den Billiglohnländern nehmen uns die Jobs weg - logisch. Auf den zweiten Blick müssen wir aber einräumen, dass der Aussenhandel der Ersten mit der Dritten Welt nicht einmal 5% beträgt. Also kann man die Jobs an zwei Händen abzählen, die in die Dritte Welt abwandern, wenn unterm Strich nicht sogar welche geschaffen werden.
Ein Staat ist wie ein Unternehmen und daher gezwungen genauso zu rechnen und zu agieren - logisch. Auf den zweiten Blick muss uns aber klar sein, dass Staaten nicht verschwinden, wenn sie pleite sind (Mit Ausnahme der DDR - aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.), und ein Staat kann seine Bürger nicht entlassen.
Der Rote Riese China wird die Erste Welt in mittlerer Frist ökonomisch stark ins Schwitzen bringen, bei gleichbleibendem Wachstum. Auf den zweiten Blick sieht man aber schnell ein, dass in Lenkungswirtschaften, auch im grossen China, durchweg eine geringe Produktivität erreicht wird. Vielleicht produzieren die Chinesen ja irgendwann jeden Videorecorder auf dem Planeten und unsere Videoindustrie geht Bach abwärts. Aber durch billige China-Video-Rekorder wächst auch unsere Kaufkraft.
Das sind nur wenige Auszüge aus einem wahren Feuerwerk von Analysen, die einem die Augen aufgehen lassen und an manchem Fachmann in den Medien zweifeln lässt.
Das einzige kleine Manko an dem Buch ist die Tatsache, dass es eine Sammlung von einzelnen Artikeln ist und sich vor allem die Buchkritiken öfter wiederholen.
Aber trotzdem ist dieses Buch ein Muss für jeden, der die Weltwirtschaft und die Politik besser verstehen will!

Books:

  1. Direkte Demokratie. Eine Einführung.
  2. Die großen Kriminalfälle
  3. Die amerikanische Geldaristokratie. Eine politische Geschichte des Reichtums in den USA
  4. Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945. Das Buch zur ARD-Fernsehserie
  5. Die Geschichte Deutschlands nach 1945
  6. Empire. Die neue Weltordnung.
  7. Mehrheitsdemokratie und Institutionenreform
  8. Das Netz der Korruption. Wie eine weltweite Bewegung gegen Bestechung kämpft
  9. Die Praxis der Zivilgesellschaft. Akteure, Handeln und Strukturen im internationalen Vergleich
  10. Rational Choice

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