Die neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus.

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Authors: Bassam Tibi
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: März 2001
Publisher: Econ Tb.
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Customer Review:
Guter Einblick in islamische Denkweisen
Das Buch gibt einen guten Einblick in islamische Denkweisen und den islamischen Fundamentalismus. Mir war zum Beispiel gar nicht bewusst, wie sehr der Islam den Nationalstaat als solchen ablehnt. Und es hat mir vor Augen geführt, wie wichtig Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte für das friedliche Zusammenleben sind. Nicht nur in Europa, sondern auch im islamischen Raum, denn es ist der Westen, der korrupte Regimes im arabischen Raum stützt.

Mir fehlt im Buch ein Vergleich des islamischen Fundamentalismus mit dem anderer Religionen. Fast jede Religion treibt extremistische Blüten! Ich hätte gerne gewusst, ob Herr Tibi den Islamismus mit jüdischen oder christlichen Extremisten gleich setzt.

Peinlich wirken Tibis Aeusserungen überall dort, wo sie im Selbstbeweihräucherungen ausarten. Der Geltungsdrang des Autors ist fast krankhaft penetrant.
unerträgliche Sprachschwierigkeiten und Geltungssucht
Der Autor, mag er noch so guter Kenner des Islam und bedeutender Visionär sein, macht auch durch dieses Buch wieder deutlich, dass er weder in der Lage ist, sprachlich-stilistisch auch nur ein geringes Niveau zu erreichen, noch seiner Geltungssucht auch nur für kurze Zeit zu entfliehen.
Arabische Kultur ist nicht gleich Islam
(von einem arabische-deutschen Muslim)

Will man Tibi den Wunsch den Islam zu reformieren, "Westenfähig" zu machen, zum Vorwurf gereichen, hieße dies tatsächlich der These vom Krieg der Zivilisationen zuzustimmen. Eine Reformation des Islam mit einem kulturellen Identitätsverlußt gleichzusetzen hieße im Umkehrschluß, den Islam als Religion mit arabischer Kultur gleichzusetzen. Diese beliebte Argumentation läßt sich leicht falsifizieren wenn man sich vor Augen hält, daß sich die Alltagskultur arabischer Christen kaum von der ihrer moslemischer Landsleute unterscheidet.

Vielleicht sollte man den "Euro-Islam" weniger als Lösung für den Konflikt zwischen Gesellschaften sehen, nicht als Weg zur einheitlichen Globalkultur, als viel mehr eine Spielart des Islam. Diese könnte für den Islam in Europa, ohne an den Regeln und Geboten der reinen Lehre zu rütteln, die Komponente der Arabischen Kultur in diesem Glauben zurückdrängen und durch westliche Kulturelemente ergänzen.

Dies fordert vom Islam und den Muslimen in Europa ein sehr hohes Maß an Stolz und Selbssicherheit da kulturelle und sozialisationsbedingte Elemente und Strukturen überwunden werden müßten. Der Islam in Europa müßte eine Dynamik an den Tag legen, wie er sie in den letzten 500 Jahren nicht gezeigt hat.

Insofern ist Tibi tatsächlich visionär. Ich lese ihn so, daß er versucht dem Vorwand entgegen zu wirken, der Islam sei mit der fremde Kultur identisch mit der wir uns in Europa auseinander setzen müssen. Die Kultur ist aber eine andere Komponente, die zur Stärkung ihrer Ligitimation mit der Religion gleichgesetzt wird.

Das Tibi in der islamischen Welt umstritten ist verwundert nicht. Die Dynamik die sein Wunsch nach Reformation des Islam fordert, steht einem meist sehr konservativen Klima in diesen Ländern gegenüber. Dessen Grund ist aber keines Wegs der Islam, sondern instrumentalisiert den Islam.

Tibi gilt meine Hochachtung, daß er sich so frei, geradezu revolutionär, äußert wie er dies tut. Er verfolgt eine Vision, die dem Islam eine echte Heimstatt in Europa bescheren kann, ohne das erst ein Krieg der Zivilisationen stattfinden muß.

Books:

  1. Der Tunnel in die Freiheit. Berlin, Bernauer Straße.
  2. Herz mit Schnauze. Sprüche und Einsprüche.
  3. Troika wider Willen. Wie Brandt, Wehner und Schmidt die Republik regierten
  4. Das verleugnete Imperium. Chancen und Risiken amerikanischer Macht
  5. Keiner war dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht
  6. Der atlantische Graben. Amerika und Europa auf getrennten Wegen
  7. Jahre der Erneuerung. Erinnerungen.
  8. Stern Millennium Buch 2000 (1000 bis 1999)
  9. Kanzler. Die Mächtigen der Republik.
  10. Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA

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