Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland

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Authors: Lars Rensmann
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Februar 2004
Publisher: VS Verlag für Sozialwissenschaften
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Customer Review:
Zentraler Beitrag zur Aufklärung und politischen Bildung
Lars Rensmann ist mit seinem umfangreichen Buch etwas sehr Bedeutendes gelungen: Er hat in allen Facetten, welche diese Thematik hat, den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland erfassen können. Nicht nur hat er zahlreiche, oft euphemistisch als 'Affären' bezeichnete antisemitische Ereignisse in der deutschen Politik (z.B. Walser, Möllemann, Mahnmal-Debatte)aufgegriffen, sie bis zu ihrer vollen Kenntlichkeit analysiert und es dabei geschafft, die Sensibilität des Lesers für Antisemitismus zu schärfen. Er hat sich auch - und dies ist vielleicht noch höher einzuschätzen - neben diesen aufsehenerregenden Vorfällen den Antisemitismus in anderen gesellschaftlichen Sphären, in all seinen Typen und Formen vorgenommen und dabei sowohl die Judenfeindschaft der extremen Rechten und der linken Seite des politischen Spektrums als auch die Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen des Antisemitismus herausgearbeitet. Er schafft es dabei, alle politisch-psychologischen und kulturellen Implikationen und Motivationen des Antisemitismus bloß zu legen. Daß diese auf Empirie gegründeten Abschnitte in seinem Buch noch ergänzt und vorbereitet werden durch eine beeindruckende theoretische Fundierung, in der er sich mit allen gängigen Theorien des Antisemitismus auseinandersetzt, macht das Buch noch wertvoller - zumal Rensmann dabei mit seinem eigenen Beitrag sich höchst fruchtbar in die kritische Tradition der Frankfurter Schule stellt und auch den Einfluß der Demokratisierung der politischen Kultur bei der Zurückdrängung des Antisemitismus belegt - ohne dabei die Widersprüchlichkeit der Entwicklungen im Nachkriegsdeutschland zu übergehen, sondern stattdessen genau anhand dieser eine differenzierte Behandlung des Zusammenhangs von Demokratie und Judenbild zu bieten.

Auch wenn es vielen, vor allem denen, die den Antisemitismus als marginales Phänomen betrachten wollen und die Debatte darüber als repressiv empfinden, schwer fallen wird: An diesem Buch wird nicht vorbei können, wer sich mit dem Thema Antisemitismus auseinandersetzen will. Aber auch denjenigen, die sich mit der deutschen Gesellschaft beschäftigen, sei die Lektüre von 'Demokratie und Judenbild' dringend empfohlen, da es auf hohem wissenschaftlichen Niveau und ohne in parteipolitische Fallen zu tappen wesentliche Aspekte der deutschen Nachkriegsgesellschaft behandelt.
Zentraler Beitrag zur kritischen Analyse Deutschlands
Lars Rensmann ist mit seinem umfangreichen Buch etwas sehr Bedeutendes und Notwendiges gelungen: Er hat in allen Facetten, welche diese Thematik hat, den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland erfassen können. Nicht nur hat er zahlreiche, oft euphemistisch als 'Affären' bezeichnete antisemitische Ereignisse in der deutschen Politik (z.B. Walser, Möllemann, Mahnmal-Debatte) aufgegriffen, sie bis zu ihrer vollen Kenntlichkeit analysiert und es dabei geschafft, die Sensibilität des Lesers (und Bürgers)für Antisemitismus zu schärfen. Er hat sich auch - und dies ist vielleicht noch höher einzuschätzen - neben diesen aufsehenerregenden Vorfällen den Antisemitismus in seiner gesamten gesellschaftlichen Breite, in all seinen Typen und Formen vorgenommen und dabei sowohl die Judenfeindschaft der extremen Rechten und der linken Seite des politischen Spektrums als auch gewissermaßen den antisemitischen Durchschnitt der deutschen Gesellschaft herausgearbeitet. Er schafft es dabei, alle politisch-psychologischen und kulturellen Implikationen und Motivationen des Antisemitismus bloßzulegen. Daß diese auf Empirie gegründeten Abschnitte in seinem Buch noch ergänzt und vorbereitet werden durch eine beeindruckende theoretische Fundierung, in der er sich mit allen gängigen Theorien des Antisemitismus auseinandersetzt, macht das Buch noch wertvoller - zumal Rensmann dabei mit seinem eigenen Beitrag sich höchst fruchtbar in die kritische Tradition der Frankfurter Schule stellt.

Auch wenn es vielen, vor allem denen, die den Antisemitismus als marginales Phänomen betrachten wollen und die Debatte darüber als repressiv empfinden, schwer fallen wird: An diesem Buch wird nicht vorbei können, wer sich mit dem Thema Antisemitismus auseinandersetzen will. Aber auch denjenigen, die sich mit der deutschen Gesellschaft beschäftigen, sei die Lektüre von 'Demokratie und Judenbild' dringend empfohlen.
Der Bundeszentrale für Politische Bildung zu empfehlen
"Demokratie und Judenbild" ist die mit Abstand beste Studie zum Antisemitismus in der BRD. Lars Rensmann hat nicht nur eine beeindruckende Quantität an Quellen zusammengetragen. Er hat selbige auch einer scharfsinnigen und theoretisch fundierten Untersuchung unterzogen. Vor allem durch die Analyse öffentlicher Diskurse macht er einerseits deutlich, daß Antisemitismus keineswegs ausschließlich ein Phänomen der politischen Ränder ist, sondern vielmehr weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft hineinragt; andererseits legt Rensmann nachvollziehbar dar, daß die Gelegenheitsstrukturen für die politische Mobilisierung antisemitischer Ressentiments entgegen der häufig postulierten These eines linearen Lernprozesses in den letzten Jahren günstiger geworden sind. Trotz anspruchsvoller theoretischer Teile und eines innovativen Forschungsansatzes ist das Buch aufgrund seiner sehr differenzierten und wissenschaftlichen Argumentation vor allem für die politische Bildung zu empfehlen. Hoffentlich erscheint es demnächst bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Dies würde diese beindruckend sachliche und umfassende Studie zugleich erschwinglicher machen.

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