Paradoxien der neuen Weltordnung. Politische Essays.

Paradoxien der neuen Weltordnung. Politische Essays. similar items

Paradoxien der neuen Weltordnung. Politische Essays.


Authors: Ulrich Menzel
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: August 2004
Publisher: Suhrkamp
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Customer Review:
Eine historische Herleitung aktueller globaler Strukturen
Ulrich Menzel beschreibt mit "Paradoxien der neuen Weltordnung" aus einer höchst aktuellen Perspektive die globalen Strukturen unserer Welt mit all ihren teilweise gegenläufigen Verstrickungen. Es wird erläutert, wie es aus historischer Perspektive zu diesen Verstrickungen kam, welche Positionen sich in der Literatur und bei den politischen Akteuren herausgebildet haben und welche Schlüsse wir daraus für die Zukunft ziehen können.

Der Ausgangspunkt ist die Definition unserer Gesellschaft. Es dürfte bekannt sein, dass ihr viele Etikette anhaften: "Zeitalter der Globalisierung", "Zeitalter der Kommunikation", "Zeitalter der Beschleunigung" oder "Zeitalter der Emanzipation". Letzterer Begriff, nämlich die Emanzipation, wird als zentraler Punkt herausgestellt, mit dem die Paradoxien erklärt werden können.

Langsam werden dann zuerst die historischen Vorläufer der Globalisierung angerissen, also der Zeitpunkt, wann Globalisierung begonnen habe. Zehn mögliche Ansatzpunkte werden herausgehoben: angefangen bei den frühen Neunzigern, in denen sich der Begriff "Globalisierung" überhaupt erst ausgebreitet hat, über die virtuelle Ökonomie in den 80ern zur Industriellen Revolution bis hin zu Kolumbus' versuchter und Vasco da Gamas tatsächlicher Entdeckung des Seewegs nach Indien im jahre 1498. Ja, einer Theorie zufolge sei Globalisierung sogar 15.000 Jahre alt.

Ausgehend von diesem Globalisierungsvorlauf wird dann das internationale System unserer Zeit skizziert. Die USA als dominierende Hegemonialmacht, der Kalte Krieg als letzter hegemonialer Ausscheidungskampf mit der UdSSR als Verlierer, Robert Coopers Dreiteilung der Welt in die Postmoderne (EU), Moderne (Russland, China) und Prämoderne (Afrika, Zentralasien) Zone, das spannungsreiche Verhältnis zwischen diesen Zonen, Anti-Amerikanismus, Terrorismus, Allgegenwärtigkeit der Medien, Multilateralismus versus Unilateralismus, das Anstreben einer "Global Governance"... all diese Punkte werden thematisiert und miteinander in Verbindung gesetzt, bis hin zur Kosovo-Debatte, die vor allem für Deutschland von entscheidender Bedeutung war und das außenpolitische Verhalten stark veränderte.

Unterstützt wird die Diskussion durch teilweise eingefügte Grafiken und Tabellen und Auszüge aus Dokumenten, wie etwa der "Defence Planning Guidance".

Fragen von der Art, weshalb etwa die USA dazu tendieren, die Probleme in der Welt mit Waffengewalt zu lösen, oder weshalb Europa gleichzeitig dazu tendiert, die Grenzen zu öffnen, wieso China ein aufstrebender Staat mit stark aufholendem Sozialprodukt geworden ist und Afrika gleichzeitig immer mehr anarchischen Strukturen ausgeliefert wird, diese Fragen werden durch Menzels Ausführungen transparenter und greifbarer. Vor allem deshalb, weil die aktuellen Geschehnisse historisch erklärt werden, so dass die Herleitung nachvollziehbar wird. "Paradoxien der neuen Weltordnung" ist ein recht aktuelles Werk, dass wirtschaftliche, politische, kulturelle und sonstige Dimensionen verständlicher macht.

Books:

  1. Schrumpfende Gesellschaft.
  2. Staat, Nation und Demokratie in Europa. Die Theorie Stein Rokkans.
  3. In Verteidigung der Gesellschaft. Vorlesungen am College de France (1975 - 1976).
  4. Politik der Freundschaft.
  5. Michel Foucault - Zwischenbilanz einer Rezeption. Frankfurter Foucault-Konferenz 2001.
  6. Summa technologiae. Mit einem Vorwort des Autors zur deutschen Ausgabe.
  7. Die Stunde der Leoparden. Italien im Umbruch.
  8. Fremdenfeindliche Vorurteile in den Staaten der EU
  9. Globalisierung im Alltag.
  10. Jenseits von Links und Rechts. Die Zukunft radikaler Demokratie

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