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Ein Standardwerk
„Liberalismus in Deutschland" dürfte mittlerweile ein Standardwerk sein, geschrieben von einem der profiliertesten Kenner des Themas überhaupt. Professionelle Anleitung erscheint bei diesem vielschichtigen Thema auch bitter nötig. Professor Langewiesche beginnt seine umfassende Behandlung des deutschen Liberalismus beim Verfassungsliberalismus des Vormärz (ca. 1815-1848), leitet über zur Rolle dieser Bewegung bei der halbherzigen Revolution 1848/49 und verfolgt den Weg weiter über die Jahre vor der Reichsgründung bis zu Kaiserreich, Weimarer Republik und Nachkriegszeit. Der Bogen ist also weit gespannt. Gerade dem Einsteiger in die Geschichte des Liberalismus werden die Augen dafür geöffnet, was der Begriff in den letzten zweihundert Jahren bedeuten konnte und wie sehr sich seine Inhalte verschoben bzw. erweitert haben, als da wären national gedachter Verfassungsliberalismus, Wirtschaftsliberalismus, Sozialliberalismus. Die Ambivalenzen treten in dieser Untersuchung deutlich hervor. Der Liberalismus in Deutschland begann als reformerische, mitunter revolutionäre Bewegung, die sich im Zusammenspiel mit den alten aristokratischen Eliten (und später den unterbürgerlichen Schichten) immer neu zwischen Konflikt und Kompromiss entscheiden musste. Wie einflussreich oder ohnmächtig, wie konsequent oder inkonsequent der bürgerliche Liberalismus in der deutschen Geschichte wirklich gewesen ist, zeigt dieses Buch.
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