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Mogelpackung eines Buches !
Professor Herfried Münkler versucht hier den amerikanischen Imperialismus permanent zu Rechtfertigen. Aus seiner überaus begrenzten Perspektive scheint für ihn eine stabile Golfregion nur durch die USA machbar. Kein Wort über eine mögliche arabische Stabilisierung der Region, wo doch diese die einzige wäre die langfristig überhaupt eine Chance hätte Stabilität der Region zu bringen.
Außerdem, scheint Herr Münkler überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, daß es die US Regierung war, die in der Golfregion durch ihre zielbewußte Hegemonialpolitik 3 Golfkrieg maßgeblich auslöste, und somit viel Leid und Elend über die Völker des Mittleren Ostens brachten.
Schlimm ist auch der permanente Unterton mit dem Münkler versucht jede US Aktion in der Golfregion als Stabilisierungunternehmen darzustellen. Er verliert kaum ein Wort darüber das die USA durchaus hegemoniale Ziele in dieser Region seit dem 2. Weltkrieg verfolgten, diese aber durch die Sowjetunion bis 1990 in Schach gehalten wurden. Als aber die Sowjetunion nicht mehr in der Lage war ihre bewährte bipolare Rolle zu spielen ging die damalige Bush Regierung sofort zur Konfrontationpolitik mit dem Irak über. Dessen Überfall war von dieser Regierung nicht nur gewollt, sondern druch das "Grüne Licht", das die US Botschafterin April Glaspie nur 1 Woche vor der irakischen Invasion Saddam Hussein übermittelte auch gewollt. So daß, Washington nun den nötigen Vorwand hatte um einen Krieg gegen den wehrlosen Irak zu führen. Nicht überraschend war in dieser Hinsicht, daß George Bush Jr. die gleiche Politik im Bezug auf den Irak verfolgte und daher diesen 2003 erneut angreifen ließ.
Für Münkler sind jedoch all diese Fakten, die aktenkundig geworden sind anscheinend nur reine "Verschwörungstheorie", die für ihn als abwegig gilt. Besonders, das hervorragende Buch des ehemaligen US Justizminister Ramsey Clark ("Wüstensturm) bezeichnet er als abwegiges "Verschwörungsbuch". Dies ist sehr enttäuschend, vor allem da die Politik von Bush jr. nur eine aufgewärmte Neuauflage von der Politik die dessen Vater schon betrieb war.
Eigentlich bestätigt der Irak Krieg 2003 wie sehr die US Regierung unter den Bush Präsidentschaften bestrebt war den Irak anzugreifen, ganz gleich welche plausiblen Argumente stets gegen einen solchen Angriff sprachen. Unter vorgeschobenen Gründen, Lügen und bestenfalls Halbwahrheiten wurden dann der 3. Golfkrieg 2003 im wahrsten Worte von den USA erzwungen. Und dies völlig zum Trotz der Weltmeinung, die zu Recht die USA als imperialen und hegemonialen Weltpolizit exponiert hatte.
Völlig unverständlich ist es daher wie Jemand dermaßen ideologisch geblendet argumentieren kann. Für Herr Münkler sind anscheinend alle außenpolitischen Aktionen der US Regierung im Mittleren Osten stets nur besorgt gewesen um Menschenrechte, die Ölversorgung des Westens und "fanatische islamische" Regime in Schach zu halten. Seine unterschwellige suggestive Botschaft lautet daher: alles was die USA machten war letztendlich richtig, da sonst alles noch viel schlimmer gekommen wäre. Wo von sich wiederum ableiten läßt, ohne die USA als Führungsmacht des Westens, wären jegliche demokratischen Bestrebungen, Menschenrechte und die freie Markwirtschaft am Ende.
Ich sehe mich ja generell als positiv denkender Mensch aber bei soviel kritikloser Propaganda für die USA und bei den schon fast täglichen Berichten über US Folter im Irak (aber nicht nur da) wird mir angesichts solcher US Höhrigkeit schon fast schlecht.
Dahe kann ich getrost ohne solche Ergüsse von unterschwelliger US Propaganda und Höhrigkeit leben.
Kompetent und knapp - zeigt neue Seiten auf
Herfried Münkler kommt aus der politikwissenschaftlichen Theorie, was dem Buch spürbar gut tut: Wer eine zeitgeschichtliche Abhandlung erwartet, der sollte das Buch im Regal stehen lassen. Doch wer eine kompetente und nicht übertrieben lang ausgestaltete, sehr angenehm zu lesende Beleuchtung des Gesamtkomplexes Irak und Mittlerer Osten sucht, der sollte bei Herfried Münklers "Drittem Golfkrieg" auf jeden Fall reinschauen. Als Grundlagentext empfiehlt sich für ein besseres Verständnis Münklers Buch "Die neuen Kriege".
Der neue Golfkrieg - Kein medialer Schnellschuss
Trennscharf in der Analyse, das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen und zu klaren, möglicherweise gerade von Politikern diskutierbaren Schlüssen zu kommen, sind das Markenzeichen von Professor Münkler.
Er hat äußerst präzise die technologischen Entwicklungen und deren Umsetzung in US Waffensysteme und operative Planung erfasst und kommt zu der Feststellung, dass die USA mit dem ersten Krieg des 21. Jahrhunderts ihre bereits seit Jahren propagierte Kriegsführung des Netric Centric Warfare erstmalig und sehr erfolgreich umgesetzt haben. Er straft nicht nur die Hundertschaften von Schreibtischstrategen und medialen Militärexperten Lügen, sondern beweißt erneut, dass ein Politologe sehr wohl in der Lage ist, militärische Entwicklungen theoretisch zu durchleuchten und daraus Schlüsse für künftige Auseinandersetzungen abzuleiten.
Was bedeutet dies für Europa und uns Deutsche? Nach dem Wegfall des Ost-West Gegensatzes und seiner Logik der nuklearen Abschreckung gibt es nach Münkler erkennbar eine Möglichkeit der konventionellen Abschreckung: der Androhung des Einsatzes von Waffengewalt in Form asymetrischer Stärke seitens der USA. Diese ermöglicht eine kurze Kriegführung ( wichtig für Demokratien )unter Vermeidung größerer Verluste bei der Zivilbevölkerung und läßt dem Gegner, der mit Waffen des 20. Jahrhunderts ausgerüstet ist, keine große Wahl. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese Erkenntnisse bei einigen Staaten in Verhaltensänderungen niederschlagen. Syrien könnte bereits das erste Ergebnisse des Funktionierens der neuen Form der Abschreckung sein.
Damit die Zuordnung klar ist: Der neue Golfkrieg analysiert die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Staaten in neuer, asymetrischer Form. Asymetrische Auseinandersetzungen mit Terrornetzwerken, Warlords etc. beschreibt Münkler in seinem Buch: Die neuen Krieg.
Die Europäern scheinen zumindest aufzuwachen, haben auf ihrem jüngsten Außenministertreffen beschlossen, bis zum EU-Gipfel im Juni eine Europäische Strategie zu entwerfen. Bei dieser Arbeit sollten sie (wenigstens die Vertreter unseres Landes) Münklers Gedanken und Folgerungen in ihre eigenen Überlegungen miteinbeziehen. Sie sind es wert.
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