Mein langer Lauf zu mir selbst.

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Mein langer Lauf zu mir selbst.


Authors: Joschka Fischer
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Januar 1999
Publisher: Kiepenheuer & Witsch
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Customer Review:
Laufen für seinen eigenen Lebenswandel
Joschka Fischers Buch "Mein langer Lauf zu mir selbst" zeigt die Veränderung eines Menschen vom übergewichtigen, zum laufenden Politiker. Fischer schildert beeindruckend und ehrlich, wie ein persönlicher Schicksalsschlag zu einer Wende seines Lebenswandels führte.
Wie er tapfer und eisern sich auf den Weg machte, bis er schließlich fit für den Marathon war.
Das Buch liest sich wunderbar, gut verständlich, beschreibt es ihn vom ersten Schritt bis zu 42 km.
Im Rückblick finde ich das Buch auch einfach menschlich, denn wie viele von uns haben schon abgenommen und später alles wieder drauf gehabt, ...?!
Hr Fischer hatte aber durch seinen Bekannheitsgrad den Vorteil, dass sich ein Trainer wie H. Steffny bei ihm gemeldet hat und ihn unterstützte. Wer von uns "Normalos"hat so ein Glück? Niemand, und wenn, muß man tief in die Tasche greifen.
Den Punkt Abzug gibt es, weil mir das Ende zu plötzlich kommt, nicht rund genug ist. Auch das Nachwort von Steffny find ich inhaltlich dünn, aber im Vordergrund soll ja auch die Leistung von Fischer stehen und dies ist gelungen!!!

Die Wiedergeburt des Joschka aus dem Geist des Langlaufes
"Die Fischer waren seit langem in männlicher Linie immer Bauern und Metzger gewesen," erzählt Joschka Fischer auf S. 61 des vorliegenden Buches. Trotzdem blieb er bis weit in seine Dreißiger Jahre ein flotter durchtrainierter Mann, denn "meine linksradikalen siebziger Jahre in der Frankfurter Sponti Szene und im Häuserkampf verlangten ein hohes Maß an körperlicher Fitness."(S.22). Dann aber lief irgendwas schief , der Sponti wurde Politiker und Umweltminister, der Stress nahm zu, Schlaflosigkeit und Herzklabastern stellten sich ein, und der Appetit sprengte alle Grenzen. Auch auf die Gefahr hin, dass es geschmacklos klingt: von der Kalorienmenge, die Joschka Fischer auf Seite 40 als sein normales tägliches Fresspensum auflistet, hätte gut und gerne ein afrkanisches Kinderheim eine Woche exisitieren können. So ging es Tag für Tag, Jahr für Jahr, bis der Frontmann der Grünen im im Jahre 1996 im Alter von 48 Jahren stolze 112 Kilogramm auf die Waage brachte.
Soweit die dunkle, die düstere Einleitung der Fischer-Saga, gegenüber der die staunenswerte Neuerschaffung eines Politikers aus dem Geiste des Langlaufes nur umso strahlender hervortritt: innerhalb von zwei Jahren reduziert Joschka Fisher sein Gewicht sage und schreibe von 112 auf 78 Kilogramm. Das klingt fast unglaublich, aber es ist wirklich geschehen, Hunderttausende haben im Fernsehen verfolgen können, wie Joschka Fischer zwischen 1996 bis 1998 Monat zu Monat immer mehr schrumpfte, bis sich schließlich fast ein Drittel seines ursprünglichen Körpergewichtes in Nichts aufgelöst hatte. Wie war das möglich? fragte das Volk daraufhin, und um darauf eine Antwort zu geben, hat Fisher dieses Buch geschrieben. Der erste und entscheidende Grund, gewissermaßen die Initialzündung für die radikale Entfettungskur, wird allerdings nur ganz zart angedeutet: Fischers dritte Ehefrau war 1996 auf und davon gegangen, was das "schwer atmende Fass" Fischer natürlich derart auf den Magen schlug, dass die ersten zehn Kilogramm gut und gerne dem Magermacher Liebeskummer gutgeschrieben werden können. Aber das ist beileibe nicht die ganze Wahrheit, denn wie viele verlassene Männer aus leidvoller Erfahrung wissen, wird die erste Phase der Körperentschlackung durch Einsamkeit bald durch exzessives Saufen und Fressen in der zweiten Phase wieder mehr als kompensiert. Nicht so Joschka Fischer. Er beginnt ein gnadenloses Lauftraining, das in seiner Konsequenz ein wenig an die Exerzitien erinnert, mit den altchristliche Heilige sich von elenden Sündern zu religiösen Virtuosen entwickelten. Alles beginnt mit einem Lauf von 500m im Umkreis des Bundeshauses, ein heikles Untenehmen, denn "Mein Gewicht war trotz aller Anfangserfolge noch ganz erheblich, so dass durchaus die Gefahr bestand, dass die Bonner Erdbebenwarte mit ihren feinen Messgeraten reagieren würde, wenn ich losstapfte." ( S. 58). Dann aber werden, es fünf, sieben, zwölf Kilometer, und je mehr der Kalorienrenegat läuft, desto mehr genießt er die drei Geschenke des Joggens: die Sauerstoffdusche, die Stimulierung der gesamten Muskulatur und die meditative Haltung, die das Joggen über längere Strecken mit sich bringt ( S. 80). So war es nur eine Frage der Zeit, bis Joschka die größte aller läuferischen Herausforderungen ins Auge fasste: einen Marathonlauf, den er dann auch tatsächlich nach ausgiebigem, geradezu furchterregendem Training ( siehe dazu die Trainingspläne auf S. 118f. ) am 18. April 1994 in Hamburg absolviert (Rang 4.179 von 10.134). Was für ein Triumph denkt man und ist nicht überrascht, dass der neuerschlankte Joschka sich selbst kurz darauf in die vierte Ehe und die Bundesrepublik zusammen mit dem pyknischen Antilangläufer Gerd in die erste rotgrüne Koalition auf Bundesebene führte. Hut ab, Herr Fisher und Dank auch an die dritte Ehefrau, der wir die Initialzündung dieses auch bundespolitisch relevanten Revitalisierungprozesses verdanken. Dass Joschka Fischer acht Jahre später nun fast wieder so dick ist wie früher, fällt demgegenüber nicht ins Gewicht, denn erstens hat er inzwischen zum fünften Male geheiratet und zweitens grübelt auf amerikanischen Elitehochschulen nun nicht mehr über das Joggen sondern über das Schicksal der Menschheit als solcher. Oder sollte das etwa das gleiche sein? Über diese Frage muss ich unbedingt nachdenken, wenn ich gleich losjogge.


Mein Lieblingsbuch
Dieses Buch ist motivation Pur.Immer wenn ich einen schlechten Tag erwischt habe und mir das Wetter mal wieder zum Laufen zu schlecht ist,nehme ich mir dieses Buch aus dem Regal und besinne mich darauf,wie Joschka Fischer es auch geschafft hat.Durch dieses Buch bin auch ich zum Läufer geworden,und möchte es nie mehr missen.

Books:

  1. Macht und Moral. Was wird aus der Gesellschaft?
  2. Spuren meines Vaters
  3. Unsere Welt ist keine Ware. Handbuch für Globalisierungskritiker.
  4. Die Jahre der Kommune 1. Berlin 1967 - 1969
  5. Palmen in Warschau. Notizen aus dem neuen Polen
  6. Wettbewerbspolitik. Geschichte, Theorie und Praxis
  7. Abenteuer Zeitreise. Eine Stadt im Wilden Westen
  8. Die neue Ukraine. Gesellschaft - Wirtschaft - Politik (1991 - 2001)
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