Customer Review:
Reformplan Schweiz
Simonetta Sommaruga (Berner Ständerätin) und Rudolf H. Strahm (Alt-Nationalrat und Preisüberwacher) sind zwei bekannte SP-Politiker, die dem Reformflügel ihrer Partei zugerechnet werden können. In ihrem Buch "Für eine moderne Schweiz" skizzieren sie in zehn Themenfeldern (Staatsverständnis, Bildung, Armut, Ausländer, Finanzierung des Alters, Hochpreisinsel Schweiz, Ökologie, Verhältnis der Schweiz zum Ausland, Steuern, Wachstum und Arbeit) einen konkreten Reformplan. Das ist natürlich ein sozialdemokratisches Programm, das aber ziemlich sachlich und moderat ist, weshalb es grundsätzlich mehrheitsfähig sein könnte. Die beiden Autoren kritisieren nicht nur die rechten, sondern auch die linken Ideologen in ihrer eigenen Partei. So gehen beide z.B. von der Globalisierung als Faktum aus, weshalb sie nicht wie andere diese prinzipiell ablehnen, sondern aufzuzeigen versuchen, wie die Rahmenbedingungen geändert werden müssen, um die negativen Auswirkungen der Globalisierung zu minimieren.
Leider ist der vorgeschlagene Reformplan kaum mehrheitsfähig, weil die politischen Parteien nur ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Die Durchsetzung ihrer eigen Ideologie ist wichtiger als mit anderen Parteien mehrheitsfähige Lösungen zu erarbeiten. Im dritten Kapitel des Buches wird kurz dieses politische System der Schweiz zutreffend beschrieben.
Das letzte Kapitel, worin der SP-Jungstar Pascale Bruderer und Alt-Parteipräsident Helmut Hubacher einen etwas gekünstelten Briefwechsel führen, worin sie die Themen des Buches diskutieren, ist eher überflüssig. Die Argumente werden einfach wiederholt, aber weniger analytisch brillant wie im Hauptteil abgehandelt.
"Für eine moderne Schweiz" ist ein sehr lesenswertes Buch, da die beiden Autoren die aktuellen Probleme der Schweiz undogmatisch durchleuchten und allgemeinverständlich auf den Punkt bringen.
Books: