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Chomskys Einstieg in die politische Literatur
Als Einleitung zu dieser Rezension soll die sehr wichtige editorische Nachbemerkung des Buches dienen: "Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine gekürzte Fassung des 1994 erschienenen Buches "World Orders Old and New". Komplett weggelassen wurde das dritte Kapitel das sich ausschließlich mit dem Nahostkonflikt beschäftigt und in anderem Zusammenhang mit weiteren Materialen publiziert werden soll. Gelegentliche Kürzungen in den beiden anderen Kapiteln dienen vor allem der Vermeidung von Textredundanzen oder betreffen allzu zeitgebundene Zusammenhänge wie etwa Statistiken zur Wirtschaftsentwicklung in den ehemals sozialistischen Staaten nach 1989, deren Zahlen mittlerweile überholt sind. Ebenso wurde darauf geachtet, Überschneidungen mit Themen in bereits erschienen Bänden so weitgehend wie möglich zu vermeiden. Die Grundthesen des Buchs, die das konventionelle Bild von den Ursprüngen, Ursachen und Verlaufsformen des Kalten Kriegs kräftig revidieren, bleiben davon natürlich unberührt. Mit George Bush ist immer der Senior gemeint, dessen Amtszeit die Jahre 1988 bis 1992 umfasste."
Wir haben es also mit einem alten Buch zu tun - gerade auf dem Gebiet der internationalen Politik haben die letzten zehn Jahre massive Änderungen gebracht. Nichtsdestoweniger kann dieses Buch einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Verständnis vieler zeitgeschichtlicher Gegebenheiten und aktueller Konflikte geben. Chomskys grundlegende Theorie lautet: die Eliten der USA haben eine Plutokratie (Herrschaft des Geldes) geschaffen und einen perfekten Weg gefunden diese unter dem Deckmantel der Demokratie zu verkaufen. In Wahrheit geht es der amerikanischen Politik nur so lange um den einzelnen Wähler, als dieser benötigt wird um die Ziele dieser Eliten zu verfolgen. Ansonsten kämpfen amerikanische Regierungen seit Jahrzehnten nur auf der Seite der von diesen Eliten geführten Industrie und schieben jenen große Gewinne zu während das Volk leer ausgeht. Chomsky schildert danach, dass auch die US-Außenpolitik eben jenen Gesetzen folgt und zeigt auf, dass der Kalte Krieg genau in dieses Schema passte. Chomsky argumentiert weiter, dass der Ost-West-Konflikt einzig dazu diente, den Konflikt Reich gegen Arm (Erste gegen Dritte Welt) zu überdecken und jenen Eliten Geld zuzuschieben.
Chomsky ist natürlich ganz klar dem linken Lager zuzurechnen, nach europäischen Maßstäben würde man ihn wahrscheinlich nicht als Kommunisten bezeichnen. Seine Theorien jedenfalls sind ein wichtiger Beitrag zur Überprüfung des eigenen Weltbildes, selbst dann wenn man ihnen nicht vorbehaltlos zustimmt. Die Schwäche Chomskys ist in diesem Buch, wie in allen anderen seiner politischen Schriften, dass er sich nicht um Gegenargumente kümmert. Alles was abseits seines Theoriegebäudes steht, wird einfach ignoriert. Dennoch sollte man sich mit seinen Ansichten beschäftigt haben um sein eigenes Weltbild einmal kritisch zu hinterfragen.
Wichtige Enthüllungen - 10 Jahre alt - Begrenzte Perspektive
Chomsky spielt in diesem Buch seine analytische Stärke aus, attackiert die US-Politik kenntnisreich und erfrischend. Das macht sein 10 Jahre altes Buch auch heute noch streckenweise lesenswert.
Bei aller scheinbaren Radikalität merkt man dem Buch doch an, dass Chomsky Prof. des MIT (!) und ein glühender Gegner sozialistischer Alternativen ist.
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