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Die fatale Geschichte eines Mörders und seiner Richter
Noch ist mir der Serien-Kindermörder Werner Ferrari gut in Erinnerung, dessen Verhaftung im Jahre 1995 die Emotionen in der Schweiz hochgehen liess. Unter dem treffenden Titel «Der Unfassbare» rollt der Publizist Peter Holenstein die Geschehnisse von damals nun nochmals auf und ergänzt sie - dank mehrjähriger Recherche und vielen Gesprächen mit Ferrari selbst - durch neue brisante Erkenntnisse.
Zugegeben: Die Geschichte, die der Autor zu erzählen hat, ist fürchterlich. Doch es sind nicht nur die - fast schon protokollarisch aufgeführten - Taten und die Person Ferraris, die erschüttern. Nein, es ist auch das Verhalten der Justiz. So erfährt man nicht nur, dass das Leben einiger der ermordeten Kinder bei rechtzeitigem Eingreifen der Behörden hätte gerettet werden können, sondern auch, dass Ferrari für einen der Morde wohl gar nicht verantwortlich ist ...
Damit ist Holenstein zweierlei gelungen: einerseits ein zeitgenössisches Dokument über schweizerische Gerichtspraxis sowie Irr- und Umwege der Justiz zu liefern und andererseits ein eindrückliches Bild von den zwei Gesichtern eines Menschen zu zeichnen - dies auf sachliche wie einfühlsame Weise.
Nur bedingt zu empfehlen!
Es geht um den wohl schlimmsten Kriminalfall, der sich in der
jüngeren Vergangenheit in der Schweiz zugetragen hat. Der Name
des Täters: Werner Ferrari. Der Vorwurf: fünffacher Mord. Das
Buch kommt nur zögerlich in Fahrt, die ersten ca. 100 Seiten
beschränken sich auf die Beschreibung von 11 Vermißtenfällen.
Die Fakten bringen den Leser aber im Verlaufe des Buches nicht
voran. Keck bezweifelt der Autor kriminalpolizeiliche und ge-
richtliche Feststellungen, ohne konkrete Beweise zu liefern.
Dennoch: Wer den "Fall Ferrari" noch nicht kennt, wird sicher
neue Erkenntnisse gewinnen können. Allerdings hätte das recht
opulente Werk (über 500 Seiten) mit 250 Seiten auskommen dür-
fen, manches erscheint überflüssig, vieles wiederholt sich.
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