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Eine außerordentlich gute Biographie einer Journalistin
Der Name Ulrike Meinhoff ist untrennbar mit der Geschichte des deutschen Terrorismus verhaftet. Die RAF, auch "Baader-Meinhoff-Gruppe" genannt, verübte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts politisch motivierte Anschläge auf Personen des öffentlichen Lebens.
Aber was weiss der Durchschnittsbürger wirklich über Fr. Meinhoff? Dieses Buch versucht, möglich objektiv und ohne den Versuch, den Leser/Hörer zu beinflussen, das Leben einer bemerkenswerten Frau nachzuzeichnen. Dies ist dem Autor hervorragend gelungen, was nicht zuletzt im "Jugendliteraturpreis 2004" seinen Niederschlag fand.
Alois Prinz läßt den Leser/Hörer an Ulrike Meinhoffs Leben teilhaben und beginnt diese Biographie mit ihrer Kindheit im Dritten Reich bis er am Ende des Buches selber an ihrem Grab steht und trotz seiner ganzen Recherchen nicht in der Lage ist, zu verstehen, wer Ulrike Meinhoff war. Das Eingeständnis dieses Gefühls macht Prinz zu einem wirklich großen Biographen. Es zeigt, dass es unmöglich ist, aus einem Nachlass "DEN" Porträtierten heraus zu schälen. Unter jeder aufgedeckten Schicht befindet sich eine weitere, der vorher gehenden widersprechende Schicht. Erinnerungen von Weggenossen, 30 Jahre nach Ihrem Tod, sind lücken- ode fehlerhaft. Wer wagt es da, zu beurteilen, wer Ulrike Meinhoff war.
Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zeichnet diese Biographie aus. Alois Prinz versucht erst garnicht, den Anspruch zu erheben, zu wissen, wer "die Wahre" Ulricke Meinhoff war. Er nimmt den Hörer an die Hand, geleitet ihn am roten Faden von Geburt zu Tod und überläßt es dem Hörer, eigene Schlüsse und Interpretationen des Gehörten vorzunehmen.
Das Hörbuch wird von Eva Mattes und Axel Milberg vorgetragen und trägt durch die Verteilung der Sprechrollen auf eine weibliche und eine männliche Stimme noch zur Intensität des Hörbuches gegenüber der Printausgabe bei.
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