Wozu noch tapfer sein?

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Wozu noch tapfer sein?


Authors: Gerd Schultze-Rhonhof, Gerd Schultze- Rhonhof
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Januar 2003
Publisher: Resch, Gräfelfing
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Customer Review:
Warum noch Soldat sein wollen?
Um es gleich vorweg zu sagen das Buch ist in jedem Fall interessant. Der Autor ist bekanntermassen ein zumindest sehr konservativer ehemaliger Offizier der Bundeswehr, der etwa nicht mit der militärischen deutschen Traditionen brechen wollte und hierin auch die ehemalige Wehrmacht miteinbezog (z.B. Teilnahme an Treffen von noch lebenden Ritterkreuzträgern etc.).

In Bezug auf die Aufgaben der Bundeswehr und dem seit den fünziger Jahren sich kontinuierlich fortsetzenden Wertewandel innerhalb der Bevölkerung versucht er das sich daraus ergebende Dilemma aufzuzeigen. Werte wie Pflicht, Diziplin und Vaterlandsliebe sind heutzutage in der Werteskala relativ untergeordnet gegenüber den Werten freie Entfaltung der Persönlichkeit und Individualismus und Profitstrebens, die die dominanten Werte der aktuellen Generation darstellen. Für eine Wehrpflichtsarmee bedeutet dies, das die Wehrdienstleistenden, aber auch die Bevölkerung im allgemeinen den soldatischen Tugenden und Werten von sich aus diammetral entgegenstehen. Insofern ist klar, das der Autor dies kritisiert, da es insgesamt die Wehrhaftigkeit der Bundeswehr mehr oder minder untergräbt.
Interessant ist es die Sicht eines ehemaligen Berufoffiziers zu erfahren, der offensichtlich noch die Werte vorhergehender Generationen entspricht. Die Schwäche des Buches ist allerdings, das der Autor auf das eigentliche soziologische Problem keine fundierte Analyse geben kann. Da unsere Gesellschaft immer individueller (vereinsamter?) und somit auch unsolidarischer wird, ist eindeutig, das der Einzelne nicht für einen metaphysischen Begriff wie das Vaterland heutzutage einen ähnlichen Einsatz zeigen wird, wie jene Generationen, für die Ehre, Pflicht und auch solidarische Verantwortung einen höheren Wert hatten. Die Antwort hierauf wird leider nicht diskutiert. Ansonsten ist das Buch empfehlenswert.
Wozu noch tapfer sein?
Selbstverständlich lohnt es sich noch "tapfer" zu sein. Aber dies stellt, meiner Meinung nach, auch niemand zur Debatte. Der Auftrag verlangt vom Soldaten seine Person im Ernstfall auch für Personen einzutreten, die gegen ihn protestieren. Er steht für das Recht auf Meinungsfreiheit ein und dies bedeutet auch, daß er seine eigene haben muß.
Zum eigentlichen Thema: Gerade im Hintergrund des neuen Berichtes des Beauftragten für Erziehung und Ausbildung (den ich selbst als integeren Mann kenne, der Übertreibungen meidet) stellt sich vielmehr die Frage, ob bei der obersten militärischen und auch politischen Führung die "wahre" Stimmung der Truppe ankommt, oder ob sie von oben schön geredet wird. Es ensteht in jedem Falle ein trügerisches Bild, das manche Generale auch nicht müde sind, der Truppe zu predigen. Diese hat aber oft einen ganz anderen Eindruck von der gegenwärtigen Situation. Noch mehr Mißstimmung und weniger Vertrauen sind meist die Folge. Aus eigner Erfahrung weiß ich, dass auch schon mal gerne Probleme schöngefärbt oder verschwiegen werden (notfalls mit Maulkorb). Daher ist es sehr begrüßenswert, dass ein General a.D. das Kind beim Namen nennt. Dies sollte ausreichend Stoff für eine öffentliche Diskussion geben, die, so befürchte ich, aber auch wieder von öffentlicher Seite schöngeredet wird. Es bleibt die Hoffnung, dass vielleicht doch ein paar Politiker aufwachen und einige Mißstände beseitigt. Niemand erwartet Wunder!
WehrDienst?
Ich habe diese Buch als Präsent zum Geburstag bekommen und ich kann dem bereits gesagten nur beipflichten... In meiner Klasse sind ich und mein Freund die einzigen jungen Männer die nach dem Abitur ihren Wehrdienst leisten wollen.Alle anderen lehnen dies mit Begründungen wie "Zu diesem Mörderpack geh ich nicht" oder anderen fadenscheinigen Ausreden ab..Ich kann dies beim Stand der Bundeswehr in der Gesellschft verstehen..Wenn für die anstehende Reform überhaupt genug Berufssoldaten gefunden werden sollten,dann müssen auf der Stelle radikale Änderungen durchgeführt werden..

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