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die Politik des affidamento
In dem Buch wird die Entstehung einer speziellen Form von Differenzfeminismus beschrieben, wie er rund um den Frauenbuchladen in Mailand Ende der 70er Jahre entstanden ist. Es handelt sich um die Politik des affidamento. Diese Poltik ist daher den differenztheoretischen feministischen Denkrichtungen zuzuschreiben, weil sie sich explizit gegen jegliche Form von Gleichstellungspolitik wendet. Inhaltlich läßt sich diese Politik des affidamento etwa wie folgt beschreiben: Frauen haben in unserer Gesellschaft keine eigenen weiblichen Bezugsrahmen, da alles männlich geprägt ist. Um sich jetzt als Frau in Beziehung zur Welt setzen zu können, sollen Frauen Beziehungen untereinander eingehen. Durch die Unterschiedlichkeit von Frauen wird im Rahmen dieser Beziehungen ein Austausch von Erfahrungen und Wissen ermöglicht. "affidamento" selbst bedeutet wörtlich "anvertrauen". Eine Frau soll sich also einer anderen Frau, die mehr Erfahrung bzw. Wissen hat als sie, anvertrauen. Dadurch, daß die eine Frau der anderen ihr Wissen weitergibt, erhält sie von der anderen Anerkennung und Dankbarkeit, und somit weibliche Autorität. Durch die Politik des affidamento können Frauen sich auf sich selbst beziehen und ein eigenes weibliches Wertesystem erschaffen.
Im Buch wird nicht explizit die Theorie dieser Politik abgehandelt, sondern es wird mehr oder weniger die Geschichte des jüngeren italienischen Feminismus erzählt, und wie sich dann im Rahmen desselben langsam die Praxis des affidamento herausbildete. Das Buch ist interessant geschrieben und einfach zu lesen. Allerdings wird die dahinterstehnde Theorie teilweise blumig & und mit Beispielen umschrieben, so daß es etwas Mühe macht, den Kern der Sache gleich zu erfassen.
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