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Mangelnde Analyse
Chomsky gibt in diesem Buch mal wieder seine Meinung zur Außenpolitik der USA in den letzten 100 Jahren zum Besten. Erwartungsgemäß tut er das in einer angenehm lesbaren Form und mit seinem üblichen Wortwitz.
Obwohl in diesem Buch viele interessante Fakten aufgezählt werden, von denen ich vorher noch nichts wusste, habe ich beim Lesen einen gewissen Gesamtzusammenhang vermisst. Chomsky erzählt viele kleine Anekdoten aus dem Kosovokrieg und der Geschichte der amerikanischen Außenpolitik, aber es gelingt ihm nicht, diese sinnvoll zu verbinden.
So ist es nicht verwunderlich, dass überhaupt keine Analyse des Beschriebenen stattfindet (Wie ist es zu dieser Situation gekommen?). Speziell vom letzten Kapitel, das ein Fazit beinhalten sollte, bin ich daher sehr enttäuscht.
Allgemein gibt es viele Überschneidungen mit "War against People". Wem es also nur um die Aufzählung alleinstehender historischer Fakten geht (und viel mehr wird nicht geboten), dem reicht die Lektüre von einem der beiden Werke. Das zweite wird sonst sehr zäh zu lesen sein.
Mehr als ein Buch über den Kosovo-Konflikt
Es handelt sich bei dem Buch nicht nur um einen Bericht über die Hintergründe des Kosovo-Konfliktes, sondern vielmehr auch um eine Kritik an dem militärischen Treiben der USA und deren Dunstkreis „aufgeklärter Staaten". Am Beispiel des Kosovos beleuchtet Chomsky exemplarisch das Verhalten der Vereinigten Staaten von Amerika und deren Presse in internationalen Konflikten. Dabei nimmt er auch deren „humanitäre Absichten" genauer unter die Lupe und stellt Mutmaßungen über die wahren Kriegshintergründe an.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für die Rolle und Zielsetzung der USA im internationalen Staatengefüge interessiert. Darüber hinaus gewährt es auch interessante Einblicke in häufig angewandte Mechanismen zur Meinungsmanipulation. Das Buch ist flüssig geschrieben und regt zum Nachdenken an. Positiv finde ich, dass Chomsky seine Thesen mit zahlreichen Zahlen, Fakten, Quellenangaben und zusätzlichen Verweisen untermauert. Zwei kleine Minuspunkte möchte ich noch anmerken, weshalb das Buch auch nur 4 Sterne von mir bekommt: Der sehr sarkastische Schreibstil Chomskys ist auf die Dauer etwas nervig, und die vielen zerstückelten Zitate (wohl bedingt durch die Übersetzung) erschweren mitunter das Lesen. erschweren. Insgesamt jedoch ein gelungenes Buch, in dem besonders auch Kritiker des Kosovo-Krieges viel Argumentationsstoff finden können.
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