Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg

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Authors: Anna Politkovskaja, Anna Politkovskaya
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Januar 2003
Publisher: Dumont Literatur und Kunst Verlag
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Kategorien - Biografien & Erinnerungen - Nach Ländern & Kontinenten - Russland

Customer Review:
Ausgezeichnetes Buch!
Das ist ein Buch, welches man nicht vergisst. Politkovskaya schreibt das, was viele Menschen allzu gerne verdrängen. Beziehungsweise in die Schublade "tschetschenische Terroristen" rein tun. Bevor das Buch erschienen ist, habe ich mich schon seit lange Zeit gefragt, warum so selten die Wahrheit über Tschetschenien in die Öffentlichkeit gelangt. Und endlich ist das Buch erschienen.
Warum ist es wichtig dieses Buch zu lesen? Weil man immer wieder Menschen begegnet, die nur populistische Sprüche verbreiten und kaum was über die Geschichte Tschetscheniens wissen.
So ist z.B. gänzlich falsch zu behaupten, dass "...die Region Tschetschenien seit Jahrhunderten (völkerrechtlich einwandfrei) zu Russland gehört..." Wenn Volkermord, Unterdrückung und Deportationen als "völkerrechtlich einwandfreie" Maßnahme zur Expansion eines Imperiums angesehen werden können, dann hat sicherlich der Autor dieser Rezension recht. Und dann trifft es auch zu, wie er schreibt, dass "selbstverständlich auch das Öl von der Russischen Föderation gefördert werden darf".
Ich finde es erschreckend, dass es solche Menschen gibt.
Nach dem gleichen Prinzip kann man gleich sagen, dass USA vollkommenes Recht hatte wg. des Öls in Irak einzumarschieren. Mehr noch, nach diesem Prinzip, ist auch plausibel, dass US-Soldaten in Irak zumindest für ein paar Jahrhunderten bleiben sollen, um das Land auszubeuten und das Volk nach Möglichkeit auszurotten. Doch, dass wurde wohl kaum ein normaler Mensch behaupten.
Politkovskaya weist nicht nur großen Mut auf, über dieses schwierige Thema zu schreiben. Es gelingt ihr auch ohne Beschönigungen das volle Ausmaß dieser Tragödie darzustellen.
Vielen Dank, Anna Politkowskaja!
Das Buch enthält neue, unbequeme Perspektiven. Dramatisch zeichnet die Autorin ein Panorama aller Dimensionen dieses vergessenen Krieges - mit Reportagen, Recherchen und immer wieder Geschichten von Menschen, die diesen Krieg erleiden müssen. Verfolgt im eigenen Land: Von Angehörigen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wurde sie mehrmals verhört und mit dem Tode bedroht. Wegen ihrer kritischen Tschetschenienberichte wurde sie verhaftet, aus der Region verwiesen, musste ein Jahr nach Europa fliehen und entkam nur knapp den Häschern des Sicherheits-dienstes. Morddrohungen hat sie bereits mehrfach bekommen. Trotzdem, schreibt sie furchtlos weiter. Vielen Dank, Anna Politkowskaja!
Emotionen sind kein Ersatz für die Wahrheit
Die Journalistin neigt zu recht schrillem Auftreten. Noble Zurückhaltung ist nicht ihres: ob durch die Behauptung, sie sei vergiftet worden oder durch "sich-anbiedern" für Verhandlungen mit Terroristen- hauptsache die Schlagzeile stimmt.
Diesmal scheint die Selbstvermarktung ein wenig daneben zu geraten, denn das Buch wirkt recht stark vom Hass auf Russland getrieben. Entsprechend tendentiös fallen dann auch die Interpretationen aus.
Keine Frage, dass die Zivilbevölkerung in Kriegen immer draufzahlt. Dass es Kriegsgewinnler gibt, wenn Krieg geführt wird, ist auch nichts neues. Und traurig ist das sowieso.
Man sollte aber nicht ganz vergessen, dass die Region Tschetschenien seit Jahrhunderten (völkerrechtlich einwandfrei) zu Russland gehört und deshalb selbstverständlich auch das Öl von der Russischen Föderation gefördert werden darf. Alle Tschetschenen haben einen Pass und alle Bürgerrechte der russ. Föderation -niemand würde sagen, sie dürften nichts "russisches" nutzen. Sehr viele Tschetschenen leben in Zentralrussland und in der tschetschenischen Region leben viele andere Volksgruppen. Immerhin ist die russische Föderation ein Staat mit über 100 Völkern.
Manches wird im Buch verschwiegen: Der Region droht eine islamistische Diktatur, weil Leute wie Mashadow denken, anders könne man der tschetschenischen Kriminalität nicht Herr werden. Aus dem Ziel, im gesamten Kaukasus eine islamistische Revolution anzuzetteln wird ja auch kein Hehl gemacht. Ein Abzug der Föderationstruppen würde also erst recht zur Katastrophe führen, und zwar weit über Russlands Grenzen hinaus.
Leider verschweigt AP auch, dass die tschetschenische Bevölkerung gänzlich uneinig ist, was den Saparatismus betrifft und die vielen jungen tschetschenischen Männer die jetzt nach Europa flüchten, vor den grausamen Rekrutierungen der tschetschenischen Terroristen flüchten.
Sachlich gänzlich falsch ist es alles als "russisch" zu bezeichnen, was aus der russischen Föderation kommt. So sind in der Armee der Föderation eben auch sehr viele Tschetschenen und andere kaukasische Völker vertreten. Es ist also kein Krieg von Russen gegen Tschetschenen, sondern von der Föderation (mit all ihren Völkern) gegen separatistische tschetschenische Clans (Paiks). Unter die Räder kommt dann eben die Bevölkerung.
Im Russischen wird nur von "russisch" gesprochen, wenn es um ethnisch russische Fragen geht: Russki.
Bezieht es sich auf etwas, das mit dem Land Russland (=Rossija)zusammenhängt, dann spricht man von "rossijski". Übersetzt hieße das "russländisch". So wäre die korrekte Übersetzung nicht "russische" sondern "russländische Föderation".Diese Unterscheidung wird gemacht, weil es ja in Russland viele Völker gibt.
Schade dass die Autorin so tut, als kenne sie diesen Unterschied nicht. Damit erfindet sie einen Konflikt "zwischen 2 Völkern", was der Konflikt aber definitiv nicht ist.
Alles in allem ein tendentiöses Wiederkäuen von Bekanntem, mit unverhohlener Sympathie für Terrorismus, wie es gerade recht modern ist, in Europa.

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