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Pflichtlektüre für alle Dritte-Welt-Aktivisten
Um es vorweg zu sagen: diese "Streitschrift gegen schwarze Eliten und weiße Helfer" ist Pflichtlektüre für Letztere! (Die auch noch angesprochenen schwarzen Eliten sind ohnedies klugen und vernünftigen Argumenten nicht zugänglich).
Was diese hochkompetente und kluge 45-jährige Frau aus Kamerun hier an eigenen Erfahrungen (als Mitarbeiterin in Hilfsprojekten/Organisationen), aus über 200 Literaturangaben und eigenen, sehr kritischen und scharfsinnigen Schlußfolgerungen aus der Geschichte der letzten Jahrzehnte da zu einem ebenso spannenden wie informativen Werk über das vermeintlich arme und ohnmächtige Afrika verarbeitet hat, ist sensationell.
Helfer, Dritte-Welt-Aktivisten, Reisende, aber auch Politiker und Wirtschaftsleute haben das ja schon immer irgendwie geahnt, gewußt oder gesehen, zumindest teilweise oder bruchstückhaft. Hier nun ist es erstmals ebenso umfassend wie logisch, schlüssig und schonungslos analysiert und dargestellt worden. Bemerkenswert dabei natürlich auch, daß dieser Spiegel über das heutige Afrika nicht nur uns Weißen anklagend vorgehalten wird und schon gar nicht mehr nur mit der alten "Kolonisations-Story". Sondern: die farbige Autorin zeigt mit mindestens dem gleichen Nachdruck auch ihren elitären Stammesbrüdern selbst überall in Afrika die eigene Fratze im Spiegel und sucht die Schuld für das kaum absehbare afrikanische Desaster fast mehr noch bei ihnen!
Nur schlimme Zustände, die da beschrieben werden? Gibt es auch Wege aus dem Chaos? Ja! Aber sie sind steinig, eng und steil. Und, sie müssen in Afrika von Afrikanern gefunden werden, nicht in Europa oder sonstwo auf der Welt. Und nicht von Weißen.
Im übrigen ist Axelle Kabou viel zu klug, um sich in utopischer Euphorie zu ergehen. Statt Humanitätsduselei, so schreibt sie in ihrem letzten Satz, wird das Afrika des 21. Jahrhunderts rational sein - oder nicht sein.
Die (gute) Übersetzerin des ursprünglich französischen Buches R.Renschler meint, daß dieses Buch anklagen, aufrütteln und den Weg zeigen will. Das tut es! Lassen Sie sich davon gefangen nehmen! Sie werden das Land (und sich!) mit ganz anderen Augen sehen als vorher.
Afrikanische Entwicklung
"Weder arm noch ohnmächtig" von Axelle Kabou ist ein geniales Werk über Entwicklungshilfe. Die deutsche Übersetzung des Titels ist leider nicht besonders treffend ausgefallen. Im französischsprachigen Original heißt dieser "Et si l'Afrique refusait le développement?" - "Und wenn Afrika die Entwicklung verweigerte?". Die Autorin stammt aus Kamerun, hat in Frankreich studiert und war als Beraterin und Koordinatorin von Entwicklungsprojekten beschäftigt - kennt sich also bestens aus in der Entwicklungszusammenarbeit. Hier rechnet sie ab mit den schwarzen Eliten und den weißen EntwicklungshelferInnen. Ihre provozierende Kritik erforscht die Gründe der Unterentwicklung und die Verweigerung der Entwicklung, sie endet mit einem Plädoyer für ein Afrika ohne Komplexe. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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