Customer Review:
Nur wenn's sein muss!
Ich bin Student der Internationalen Entwicklung auf der Uni Wien und zum meinem Leidwesen muss ich dieses Werk momentan lesen - und was das schwierige daran ist - ich muss es zudem verstehen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine Ansammlung von pseudophilosophischen Texten, geschrieben von Autoren, die ALLES daran setzen, dass nur sie allein (und nicht mal die Co-Autoren) verstehen, was sie hier verbreiten. Das liegt zum einen an der (z.T. absolut widersinnigen) Wahl des Vokabulariums und zum anderen an den Phrasen, die dem Lesefluss wirklich nurabträglich sind und den Leser nie am Geschehen partizipieren lassen.
Hier ein Bsp. (Kapitel 6 - Entwicklung kommunizieren - Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit; Seite 101):
"Angestrebt wird da beispielsweise „die Aufhebung der Trennung in (entwicklungspolitische) „Inlands/Information" und (EZA-) „Auslands- bzw. Projektorganisation (BMaA 1998)". Eine solche Formulierung drückt einerseits die Absicht aus, der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit eine kritische Auseinandersetzung mit der EZA von vornherein abzusprechen und deren globalen Anspruch auf das „Inland" zu beschränken. Andererseits verkennt sie völlig, dass es notwendigerweise einen Unterschied zwischen kritischer Informationsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit für die eigene entwicklungsrelevante Arbeit gibt. Die angekündigte Aufhebung der Trennung kann nur dahingehend verstanden werden, dass kritisches Potenzial vereinnahmt werden sollte."
Vielleicht versteh's ja nur ich nicht, aber auch Schnellkneißer werden nach 200 derartigen Seiten genug haben. Jemand, der mit der Materie vollkommen unvertraut ist, wird ohnehin überhaupt keine Chance haben und schon nach dem ersten Kapitel der Herausgeberin das Handtuch werfen.
Davon abgesehen lässt auch die "physische" Qualität des Buches arg zu wünschen übrig...
Ich hoffe nur, dass Bea Gomes und Co. zur nächsten Auflage bessere Arbeit leisten.
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