Customer Review:
Entlarvend und bewegend
Vieles ist schon geschrieben. Am meisten beeindruckt und am entlarvendsten ist meines Erachtens jedoch die Schilderung des Gesprächs mit den Giga-TV Moderatoren. Die Visionslosigkeit und das Treiben in den Wellen der Mode und der vermeintlichen In und Outs unserer Generation wurde selten so gut dargestellt wie in dem was die beiden Moderatoren im Gespräch mit dem Autor sagen.
überraschend gutes Erstwerk
Dafür, dass dies das erste Buch von Chritoph Amend ist, und er eigentlich auch nicht vorhatte, je Bücher zu schreiben, ist es ihm sehr gut gelungen. Es ist weder unverständlich, noch primitiv geschrieben, besonders interessant sind die Interviews mit Richard von Weizsäcker und ähnlichen Persönlichkeiten. Es geht zwar um die Erfahrungen anderer Personen, dennoch lässt Amend geschickt seine eigene Meinung mit einfließen, teil sogar provozierend. Interessant ist auch, dass selbst Menschen, die den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg nicht miterlebt haben, interviewt werden. Und jetzt auf zum Buchladen!
Absolut lesenswert! Ein Brückenschlag über die Generationen
Da staunt der Leser: was sich zuerst wie ein neuer Aufguß eines "Generation Golf" Buchs anhört, ist ein interessantes Projekt. Der Autor, gerade dreißig, wird erwachsen und nachdenklicher. Angeregt durch ein Gespräch mit seinem Großvater über den Krieg macht er sich auf die Suche und interviewt Männer, die im Krieg waren und danach unser Land gestaltet haben. Er kratzt an der Oberfläche, die teilweise hartnäckig verteidigt wird und findet Erstaunliches. Die Prägung dieser Generation durch den Krieg zieht sich stillschweigend und leise durch alle Lebensbereiche, auch die Erziehung ihrer Kinder und der Enkel. Amend gelingt der Nachweis, daß wir stärker durch den Krieg und die Krieger geprägt sind als wir uns das denken und eingestehen.
Sieht man sein Buch, das wirklich bewegend ist, auch als Beitrag zur Generationendebatte, dann wird's erst richtig interessant. Aus einem "wir haben das Land ja schließlich wieder aufgebaut ..." wird dann auch ein "... nachdem wir es zusammen mit dem Rest von Europa zerstört haben". So etwas habe ich in dieser Art noch nie gelesen.
Warum dann nicht die fünf Sterne?
Amend hat für seine Forschungen bei der Kriegsteilnehmer-Generation leider die üblichen Platzhirsche abgegrast, Fest, von Weizsäcker, Bahr, Fetscher... und mich hätten doch viel mehr die Erlebnisse der namenlosen interessiert, die es nicht gewohnt sind, Statements unserer Väter halt. Schade auch, daß es keine einzige Frau in das Buch geschafft hat. Meines Wissens waren auch die im Krieg und wurden von ihren Erlebnissen geprägt.
Vielleicht setzt Amend seine Arbeit fort und zeigt uns, wie die Erfahrungen unserer Mütter aus der Kriegs- und Nachkriegszeit ihren Umgang mit uns und mit sich bestimmt haben? Ich würde das Buch sofort kaufen.
Amend hat etwas Neues begonnen und ist aus dem Autismus der "Generation Golf" ausgebrochen. Staunend stellt er fest, daß auch Menschen, die vor 1969 geboren wurden, denken und fühlen können und er schlägt die Brücke über die Zeit hinweg. Das ist sein Verdienst und dafür sollte man dieses Buch nicht nur kaufen und lesen, sondern auch für eine erneute Lektüre aufheben.
Ich werde "Generation Golf 2" verkaufen und den Amend an diesen Platz schieben. Mehr davon!!
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