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Rhetorisches Genie auf den Punkt gebracht
Gregor Gysi verfügt über ein überdurchschnittlich großes rhetorisches Geschick. Darüber sind sich seine Gegner, die ihn darum beneiden, und seine Befürworter, die froh sind, ihn auf ihrer Seite zu haben, ausnahmsweise einig. Und jeder, der ihn mal livehaftig erleben durfte, wird bestätigen, dass er vielen Personen der deutschen Politik und Fernsehunterhaltung (und er gehört wohl auch zur letzteren ein wenig dazu) in diesem Punkt haushoch überlegen ist.
Und da viele seiner unkonventionellen, auf den Punkt kommenden, zutiefst menschlichen und deshalb auch jedem verständlichen Statements druckreif sind, bot es sich nahezu an, einige der Höhepunkte von Gysis verbalen Spitzfindigkeiten zu sammeln und zu veröffentlichen. Dies ist den Herausgebern hervorragend gelungen. Sie haben aus der Vielzahl von Material die witzigsten, überraschendsten und faszinierendsten Sprüche und Redeabschnitte Gysis ausgewählt und je nach Gesprächsituation (Interview, Bundestag, Talkshows, ...)geordnet.
So beweist Gysi sein Geschick ebenso in Briefen an Politiker, Journalisten und "ganz normale Leute" wie auch in Reaktionen auf Zwischenrufe im Bundestag oder Gesprächen mit angesehenen Verbaljongleuren wie Marcel Reich-Ranicki, Lea Rosh oder Erich Böhme. Das alles wurde von den Herausgebern auf das Wesentlichste gekürzt, so dass das Buch wirklich mit unterhaltsamen Sprüchen gefüllt ist, ohne auf Seitenfüller angewiesen zu sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Gysi - wie ihn Freund und Feind lieben...
Über den PDS-Politiker Gregor Gysi kann man denken, was man will, man muß auch nicht seiner politischen Meinung angehören oder diese gutheißen. Was man ihm aber nicht nachsagen kann, ist, daß er nicht (verbal) schlagkräftig sei. Mit seiner Ironie schafft er es, auch Gegner zum Lachen oder wenigstens doch zum Schmunzeln zu bekommen. 1995 als dieses Buch erschien, war das noch mehr der Fall als heute noch (nachdem er 9 Jahre im Bundestag saß). In diesem Buch kann man sich davon überzeugen, denn hier sind die schönsten Sprüche, Briefwechsel, Interviews etc. vertreten, die Gysi von 1989 bis eben 1995 führen konnte. So schrieb zum Beispiel im November 1990 der zwölfjährige Tobias, er habe in der Tagesschau gehört, Gysi wolle sein Geld loswerden und da sein Skateboard kaputt und sein Taschengeld begrenzt sei... Gysi antwortete, nicht er sondern die PDS wolle Vermögen loswerden, allerdings könne die Partei ihm kein Skateboard kaufen. Da das Problem „ja gelöst" werden müsse, bot er ihm an, er solle ihm schreiben, wieviel Geld er benötige und Gysi werde „[...] das von meinen Diäten, d.h. von meinem Taschengeld, das ungerechtfertigt viel höher ist als Deins, abzweigen." Als Nachsatz schreibt er als Reaktion auf Tobias' „Ich finde Sie nämlich sehr nett."- „Übrigens finde ich Dich auch nett."
Wem diese Kostprobe nicht gefällt, der soll doch schönere suchen... den Buchkauf wird er kaum bereuen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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