Customer Review:
Zeitverschwendung
Was der Klappentext verspricht, dass der Leser nämlich etwas über Leni Riefenstahl, über ihre Beziehung zu ihrer Familie oder ihre Rolle innerhalb des Naziregimes erfährt, das ist grob übertrieben, wenn nicht irreführend. Dass Frau Riefenstahl eine besondere Beziehung zu ihrem Bruder Heinz hatte, weiß der interessierte Leser aus anderen, informativeren Quellen.
Ilse Rethmeyer heiratete Heinz Riefenstahl. Sie war von Anfang an eifersüchtig auf ihre Schwägerin. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Die Eheleute ließen sich noch vor Kriegsende scheiden. Ilse heiratete einen Herrn Collignon, bekam 1945 ihr drittes Kind und trennte sich nach dem Krieg auch von ihrem zweiten Mann. Über ihre Schwangerschaft 1945 äußert sie sich etwas verwundert, obwohl sie in verklemmter Weise andeutet, wie denn die Heimaturlaube ihres Mannes abgelaufen sind.
Ilse Collignon hat ein Schicksal erlitten, wie es Millionen anderer deutscher "Trümmerfrauen" erlitten haben. Interessantheit wird dadurch suggeriert, dass sie vorübergehend die Schwägerin Leni Riefenstahls war, was vermutlich überhaupt das Interessanteste in ihrem Leben war.
Der Verlag verschweigt, was aus ihr geworden ist. Sie wäre (oder ist) heute 90 Jahre alt. Eine Auseinandersetzung mit der Künstlerin Leni Riefenstahl erfolgt nicht, auch keine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Die Autorin bedient das in Deutschland noch immer vorherrschende Klischée der "bösen" Leni Riefenstahl. Dass ein renommierter Verlag ein derartig langweiliges und praktisch informationsfreies Buch herausbringt, ist wohl eine weitere Besonderheit modernen Büchermarketings. Hauptsache der Name ist irgendwie bekannt. Dann wird das Geschäft schon laufen.
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