Verbotene Trauer. Ende der deutschen Tabus

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Verbotene Trauer. Ende der deutschen Tabus


Authors: Klaus R. Röhl
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Mai 2002
Publisher: Universitas Verlag
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Customer Review:
Plädoyer mit Schlagseite
Klaus Rainer Röhl hat Recht, wenn er fordert, es müsse auch öffentliche Trauer für deutsche Opfer (hauptsächlich Vertriebene) des 2. Weltkrieges möglich sein.

Beeindruckend sind seine Schilderungen, wie die Vertreibung damals von Statten ging. Gleichzeitig kritisiert er die noch heute gültigen Benesch-Dekrete scharf. Genauso aber auch Guido Knopp, der sich der gleichen Mittel bediene wie die NS-Propaganda. Sein Film "Die große Flucht" sei nicht sehr realistisch.

Problematisch allerdings sind viele Thesen und Begrifflichkeiten, die Rückschlüsse auf sein Geschichtsverständnis und sein Weltbild zulassen. So konstuiert er waaghalsig eine Deutsche Geschichte, die bis in das Zeitalter der Germanen zurückreicht und versucht somit zu beweisen, dass ein "Deutsches" Wesen niemals kriegslüstern sondern immer friedliebend gewesen sei. Aber kann man überhaupt vor der Idee der Nationalstaaten von "den Deutschen" reden? Ist das nicht ähnlich vermessen wie die Argumentation derer, die er kritisiert, also Morgenthau und Kaufmann?

So hält er alle Deutschen aus dieser Zeit pauschal für "schuldlos" (S.12), wirbt um Verständnis für die Treue der Deutschen zu Hitler ("Treue aus Trotz" wg. Versailler Vertrag 1919) und verurteilt alle Versuche nach 1945, Dtld. klein zu halten (harte Abrechnung mit Morgenthau (Agrarstaat) und Kaufmann (Sterilisation)).

Weiter verteufelt er die Frankfurter Schule (das Frankfurter Insitut für Sozialforschung), das das Zentrum der Amerikanischen Umerziehungspolitik gewesen sei. Hier sei der Ursprung des Deutschen Schuldkomplexes zu suchen. Er sei nur künstlich erzeugt, damit die Deutschen nicht "rückfällig" würden, tatsächlich aber habe Dtld. keinen Grund, sich schuldig zu fühlen. Vielmehr sieht er das Deutsche Volk als Opfer der NS-Herrschaft.

Weiter attackiert er die Alliierten wg. des Bombardements der Deutschen Städte gg. Ende des 2. Weltkriegs, was Jörg Friedrich aber wesentlich besser gelungen ist.

Grundgedanke bei Röhl ist es, endlich wieder einen gesunden Nationalstolz zu entwickeln, den Schuldkomplex über bord zu werfen und, in seinen Augen, "gerechter" mit der Kriegsgeneration umzugehen. Dabei argumentiert er sehr revisionistisch und sucht aufzuzeigen, dass jede Nation ihr "Makel" habe, das Deutsche also nichts besonderes sei.
Damit tut er sich keinen Gefallen, denn seine Argumentation wird deswegen nicht überzeugender.
Ein längst fälliges Buch...
Eine längst fällige Abrechnung, dieses Buch. Wohltuend und befreiend geschrieben und ohne politisch correcte Zwangsjacke, die man heutzutage fast unreflektiert über all jene, scheinbar als "tabu" geltenden Themen streift, die mit dem zweiten Weltkrieg zu tun haben, und zwar jener Rolle, die Deutschland im besonderen betrifft. Röhl ist Zeitzeuge, nicht einer von jenen Nachkriegs-Geborenen, die uns weismachen wollen, wie es "damals" war. Nicht einer von jenen, die Eltern- und Großelterngeneration pauschalverurteilen und die Mär von der "Kollektivschuld" in die Welt gesetzt haben.

Röhl als Revisionist hinzustellen wäre nicht nur dumm, sondern auch falsch, wer dieses Buch liest kann auch zu gar keinem anderem Schluß kommen; geht es ihm doch um eine ehrliche Aufarbeitung der Geschichte, nicht mehr als um die Vermittlung der Tatsache, daß auch Deutschland (und Deutsche) Opfer dieses Wahnsinns des Krieges waren. In jedem Staat der Welt ist es "gestattet", seinen Toten des Krieges zu gedenken, nur in Deutschland hat man dafür nach wie vor ein "Problem". Freilich, die Gutmenschen werden toben über dieses Buch, aber das ist auch gut so.

Schade allerdings, daß das Buch keinerlei Archiv- und historische Bilder beinhaltet, die wären ein zweifellos wichtiger und unterstützender Beitrag gewesen.
ein ärgerliches buch
ein ärgerliches buch, denn es geht mit den "deutschen tabus" genau in der art und weise um, die eine enttabuisierung dieser tabus verhindert. der autor röhl, der sich - laut klappentext - heute als der "demokratischen rechten" zugehörig fühlt, hat einen schwenk von der extremen linken (bis 1964 war er bekennender kommunist) in die extrem rechte politische ecke hinter sich. und aus dieser position beleuchtet er tendneziös bombenkrieg, vertreibung und andere kriegsverbrechen der deutschen kriegsgegner. eben diese form der auseinandersetzung, die beispielsweise in eine hetze gegen einen eu-beitritt der tschechischen republik mündet, verhindert die aufarbeitung der leiden der deutschen bevölkerung im zweiten weltkrieg, weil sie die vergangenheit vor den karren einer extrem ideologisierten betrachtung von gegenwart und zukunft spannt. glücklicherweise gibt es bücher wie "der brand" von j. friedrich, die sich mit wissenschaftlicher methode und objektivität mit derlei fragen auseinandersetzen.

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  2. Die Parteien nach der Bundestagswahl 2002
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  5. Der Handelsbetrieb. Grundlagen der Unternehmenspolitik
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