Customer Review:
Unbrisante Neuauflage eines "alten" Themas
Das Thema "Kinderlosigkeit in Deutschland und ihre möglichen Gründe" hat durchaus nichts von seiner Aktualität verloren. Leider hat die Autorin dieses Buches wohl leider nicht ihre - klassische, soziologisch viel weiter gehende, und durchaus leidenschaftlichere - Vorverfechterin gelesen ("Auf dem Weg in die kinderlose Gesellschaft" von Elisabeth Dessai, von 1979 ! ). Und versucht sich so halb-herzig an einem Buch, das an Leidenschaftlichkeit und Inhalt - sprich auch Tiefgang - denn auch einiges zu wünschen übrig lässt. Stattdessen scheint die Autorin ihre Thesen halb um irgendwie selbst gemachte Erfahrungen, halb um Hunderter gelesener Zitate anderer Leute, wahllos herumzubauen (jede von ihr angegebene Quelle wird im Durchschnitt nur ein einziges Mal zitiert; soviel zur vermeintlich "wissenschaftlichen" Arbeit). Zu Gute zu halten ist ihr dennoch, daß sie das selbe Thema nach gut 30 Jahren immerhin noch mal wieder auf den Tisch bringt, und dafür auch jede Menge tageszeitungs-kritische Aufmerksamkeit erhält. Denn nicht zuletzt das Thema/der Inhalt ist es, der sich seit oben genannten 30 Jahren leider kein bisschen verbessert hat, sondern es eigentlich heutzutage noch wesentlich brisanter macht, die Untätigkeit vergangener Jahrzehnte anzuprangern!- "Denn wie regeln wir denn die Zukunft? Bezahlen Menschen ohne Kinder mehr Rentenbeiträge? Sollen Menschen mit Kindern ein Wahlrecht für diese bekommen? Wie regeln wir das "Nicht-Einwanderungs-Gesetz" der BRD? Wie stellen wir uns tatsächl. gesellschaftl. Tatsachen?" - - Alles Thesen bis zum Hochkochen, dennoch nicht für-immer-unausweichliche Fragen... - Dem entgegen gestellt sei jedoch: Unseren Kindern - und den Menschen mit Kindern in dieser Gesellschaft - eine weitaus bessere und schönere Welt zu schaffen, geht immer noch vor - und über - der einfachen Frage, wer irgendwann mal die Renten bezahlen soll! In Einklang mit oben erwähntem "Klassiker" ein durchaus hehreres Ziel als die einfache Frage/Blickwinkel der Autorin dieses Buches ein weiteres Manko: Warum nicht Kindern und allen, die mit ihnen zusammen leben, ein schöneres Leben bieten a priori? Ohne zu rechnen? Wo sollte denn der Blickwinkel unseres Staates liegen? -- Fazit: So wenig das Buch auch ein Etikett für "Neues, Wissenschaftliches, Soziologisches" für sich in Anspruch nehmen darf; an Aktualität und Hochbrisanz des Themas büßt es auf keinen Fall ein! Wenn es doch leider auch zu sehr auf dem Blickwinkel beruht "Wer bezahlt die Zeche ?". -- Zumindest dafür der Autorin einen Dank!
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