Customer Review:
Umfassend, idealistisch, typisch Czempiel
Czempiel verspricht im Untertitel seines Buches "Kluge Macht" Konzepte für die "Außenpolitik für das 21. Jahrhundert". Allem Anschein nach will er aber auch in dieser Zeit an seinen Ideen festhalten. Denn ähnlich wie schon in "Weltpolitik im Umbruch" von 1993 und "Die Reform der UNO" von 1994 setzt Czempiel auf Konfliktprävention statt Intervention. Dies möchte er durch Kooperation, Demokratisierungsmaßnahmen und Belohnung entwicklungswilliger Staaten erreichen. Gewalt lehnt er ab. Allenfalls scheint er noch mit der Androhung von Gewalt einverstanden. Die tatsächliche Realisierung dieser Drohung müsse aber unter allen Umständen vermieden werden. Konsequent spricht er sich gegen den NATO-Einsatz im Kosovo aus. Leider konnte der Ausgang dieses Konflikts im Buch nicht mehr berücksichtigt werden. Das ist schade, denn Czempiel behauptet, Kriege würden heutzutage als "überflüssig und zwecklos" betrachtet. Es bleibt abzuwarten wie der Autor auf die Entwicklungen im Kosovo und in Tschetschenien reagiert und seine grundlegenden Thesen eventuelle überarbeitet. Bis dahin gilt aber auch für das neuste Buch von Czempiel, daß er etwas idealistisch in die Welt schaut und eine außenpolitische Konzeption entwickelt, die eines voraussetzt: Kluge Machtausübung. Despoten und Radikale kann man damit offensichtlich nicht zähmen. Ob er darauf im Titel angespielt hat? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Books: