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Wie man Ressentiments fördert
Dass es - wie von Dan Diner aufgezeigt - in Deutschland in etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit eine nahezu ununterbrochene Folge deutlich ausgeprägter amerikaskeptischer bzw. amerikafeindlicher Einstellungen gegeben hat, mag überraschen. Allerdings wird auch deutlich gemacht, dass eine derartige Haltung teils nur von bestimmten Kreisen der Bevölkerung bzw. der politischen Führung eingenommen worden ist. Eine Erklärung für die Ursachen für die seit dem letzten Irakkrieg in einem Großteil der Bevölkerung vorzufindenden Ressentiments gegenüber den USA sucht man in dem Buch jedoch vergebens. Dafür fehlt es an jedwedem Bemühen, den durch die USA selbstverschuldeten Teil des Auseinanderdriftens auch nur ansatzweise zu beleuchten bzw. wird dieser Erklärungstatbestand geradezu geleugnet. Daran ändert der (lediglich) im Klappentext auftauchende Vermerk wonach "Amerika kulturell, politisch, ökonomisch die Moderne repräsentiert und deswegen als Land der Zukunft alle (also auch uns, d.h. "die Deut- schen") in Furcht versetzt, die sich um ihre Traditionen gebracht fühlen" nicht nur nichts, sondern ist für sich betrachtet - bezogen auf unsere Tage - geradezu absurd. Durch die Penetranz des absolut einseitigen Philo- amerikanismus ist das Buch leider keine Hilfe, sondern eher eine Hürde, den sichtbaren Bruch zwischen den USA und D wieder zu heilen. Darüber hinaus muss man Sätze mögen wie "Solche gleichsam ubiquitäre Handlungspotenz lässt die historisch tradierte Unterscheidung von Isolationismus und Interventionismus ebenso dahingehen, wie sie einem ohne weiteres denkbaren unilateralen Handeln den Vorzug vor allen schwerfälligen Mechanismen des Multilateralismus gibt".
Ein absolutes Muss - gerade in diesen Zeiten!
Das Buch ist ein ausgezeichnet geschrieben und vermittelt in anschaulicher Weise, warum die Deutschen Amerika so hassen - und nicht nur einzelne Protagonisten wie George W. Bush, wie es so oft und gerne behauptet wird. Ein Muss - gerade jetzt und gerade für außenpolitisch Interessierte!
Der prägnante Titel des Buches hält was er verspricht!
Der prägnante Titel des Buches hält was er verspricht: Dan Diner zeigt auf, wie Mentalitätsunterschiede und unterschiedliche gesellschaftliche Werte einen unmissverständlichen Dialog zwischen Europa, vor allen Dingen Deutschland und Frankreich, und den USA verhindern. Vom Zeitalter der Romantik bis zu den politischen Ereignissen den 11 September betreffend, wird der Nährboden für den Argwohn und das Misstrauen den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber, dargestellt. Was hier (im Hinblick auf die Herkunft des Autors vielleicht nachvollziehbar) fehlt, ist die politische Verstrickung des Staates Israel mit den USA.
Ich betrachte es als gelungenes Pendant zu "Ami-go- Home" von Rolf Winter.
So ein Buch hat schon lange gefehlt!
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