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Ausgangspunkt der modernen Demokratie
Aristoteles "Politik" stellt trotz seiner kulturellen Gebundenheit den Ausgangspunkt für die moderne Demokratie.
Er begreift den Menschen als zôon lógon echón, als sprach- und vernunftsbegabtes Wesen, welches sich als zôon politikón, als politisches Lebewesen nur, ein einer Gemeinschaft verwirklichen kann, die als Lebensziel Glückseligkeit antrebt (alleine wäre ein Mensch entweder ein Gott oder ein Tier).
Diese Gemeinschaft ist die griechische Polis, der ideale autarke und überschaubare Stadtstaat. Die handelnden Glieder der Polis sind die freien Büger, die zur damaligen Zeit nur von Männern gestellt wurden. Während der Mann Herr im Haushalt über die Sklaven und die Familie ist, wird er in der Öffentlichkeit Teil der politischen Gemeinschaft in Form direkter Demokratie,wo alle wichtigen Fragen in offenen Abstimmungen gefällt werden. So regieren auch die Staatsmänner über Gleiche. Und zwar nur auf Zeit und mit Zustimmung der Mehrheit. So kann entweder jeder zeitweilig regieren oder regiert werden. Damit dieses realisiert wird, kann nur eine Demokratie als "beste der drei schlechten Regierungsformen Tyrannis, Oligarchie und Demokratie" bestehen. Denn in der Demokratie wird das Gemeinwohl noch am besten vor dem Eigennutz von Gruppen geschützt.Aristoteles selbst empfiehlt als Regierungsform die Mischform der Politie, in der die wenigen reichen Bürger genausoviel Gewicht haben wie die vielen armen Bürger (Zensustimmrecht)und sich als Regierende und Regierte abwechseln (Rotationsprinzip).
Trotz der Einschränkungen hinsichtlich des Personenekreises legt Aristoteles den Grundstein für die repräsentative Demokratie. Auch heute noch unverziechtbares Standartwerk der politischen Theorie- und Ideengeschichte.
Ein Meilenstein der politischen Philosophie
Das Philosophieren über Politik ist, wie so vieles, eine Erfindung der alten Griechen. Neben Platons Werken "Staat" und "Gesetze" gehört Aristoteles' "Politik" zu den Hauptwerken der antiken Philosophie. Während Platon nach der idealen Staatsform suchte, ging der Praktiker Aristoteles eher empirisch vor und prüfte die damals bestehenden Verfassungen auf ihre Brauchbarkeit. Seine Hauptthese lautet: Der Mensch ist von Natur aus ein politisches Wesen (zoon politikon), das sich mit anderen zu einer Staatsgemeinschaft zusammenschließt. Doch welche von den existierenden Staatsverfassungen ist die beste? Aristoteles formuliert Grundfragen, die es zu beantworten gilt, um die Gesetze des Staates festzuschreiben. Im Blick hat er dabei immer die Mitte der Staatsgemeinschaft, das (männliche) Bürgertum, an dem sich die Verfassung ausrichten soll. Frauen und Sklaven zählen für ihn nicht. Aristoteles' Überlegungen haben auch eine ethische Dimension: Ziel des Staates ist es, den Bürgern ein gutes und gerechtes Leben zu ermöglichen. Also ist eine Verfassung dann gut und richtig, wenn sie dem Allgemeinwohl dient. Der Philosoph plädiert daher für die "Politie", eine Art Volksherrschaft, in der die Vernünftigen und Besonnenen das Sagen haben.
Der Mensch als zoon politikon
Aristoteles "Politik" ist eine der berühmtesten polit-theoretischen Schriften der Antike. Mit scharfen Verstand analysierte Aristoteles die verschiedenen Formen menschlichen Zusammenlebens und die verschiedenen Staatsformen seiner Zeit. Anders als seine "Nichomachische Ethik" ist die "Politik" eher praktisch orientiert, und doch muss man beide Schriften als Symbiose verstehen. Die ethischen Grundsätze, die Aristoteles in seiner Ethik aufstellte, komplettiert er in der Politik.
Die Politik ist einfach zu lesen, doch sollte man gerade deswegen vorsichitg sein: hinter banalen Feststellungen können komplexe Zusammenhänge stehen. Nicht umsonst gibt es eine Unmenge an Kommentaren zu Aristoteles Werk.
In der Ausgabe des dtv Verlags ist nicht unbedingt die glatteste Übersetzung zu finden, doch sind Gigons Kommentare hervorragend für ein weiteres Aristoteles Studium. Diese sowohl tiefgründige, als auch nützliche Lektüre sollte in keinem Haushalt fehlen. Aristoteles Theoreme waren bis ins Mittelalter ein Fundament der westlichen Philosophie und wurden im 20. Jahrhundert vor allem von Martin Heidegger und Hannah Arendt (Vita Activa) wieder aufgegriffen. Ein sowohl tiefgründiges, als auch nützliches Werk...nicht von vielen Werken der antiken Philosophie kann man dasselbe sagen.
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