Heimat als Utopie. Sonderdruck.

Heimat als Utopie. Sonderdruck. similar items

Heimat als Utopie. Sonderdruck.


Authors: Bernhard Schlink
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Juli 2000
Publisher: Suhrkamp
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Kategorien - Fachbücher - Philosophie - Allgemein
Kategorien - Science Fiction, Fantasy & Horror - Science Fiction - Utopischer Roman

Customer Review:
Über Orte und Nicht-Orte...
Heimat, wo ist das? Geburtsort? Kindheitsort? Für Schlink zum Beispiel da, wo man den Geruch der Blätter auf der nassen Straße nach dem Regen hat. Für mich der Geruch verbrannten Laubs im Herbst im Sauerland. Oder noch viel mehr: Genua - 1969, die Treppen, die Fahrstühle , die überlebensgroßen Türen der Einschüchterungsarchitektur, das Hafenviertel, jener rote Lackmantel, der Bahnhof. Der Zug voller erzählender Leute, die Hühner in den Käfigen im Abteil. Später, in Cervo, der kreisrund gepflasterte Hof, das kleine Hotel, der Blick aufs Meer, die Dusche, das Frühstück am kleinen Tisch: Heimat, das ist oft der gewählte Ort. Der, wo man bleibt, weil dort die Menschen sind, die einen beleben. Heimat ist aber oft auch der Ort, an den man zurückkehrt, und an dem nichts mehr so ist, wie die Erinnerung erzählt. Ist Heimat nur in der Erinnerung? Ist Heimat, das Wohlgefühl, welches wir uns im Laufe der Zeit zurecht gelegt haben? Ist Heimat womöglich eine Konstruktion von Glück, die wir uns zurecht gelegt haben und der wir eine Leben lang nachlaufen, womöglich (wie der französische Reiseschriftsteller Antoine) um den halben Globus herum? Oder ist Heimat etwas, wo die anderen drin sitzen und einen nicht reinlassen? Oder gar eine Region, aus der alle heraus getrieben werden, die etwas anders erscheinen, die in der Minderheit sind? Die Konflikte in Serbien oder im Irak, in Frankreich oder in Ostdeutschland, - sie zeigen, dass, vom Einzelschicksal mal abgesehen, die Angelegenheit politischer, nationaler, immer mehr auch auf Religion bezogener Konfliktstoff wird, welcher sich auf der privaten Ebene gar nicht mehr abrunden und entschärfen lässt. So landet Schlink, zunächst von literarischen und psychoanalytischen Landschaften aus aufbrechend, letztendlich auf der juristischen Ebene, wo er beruflich ja auch seine Heimat hat. Vielleicht ist Heimat schlicht der Beruf, eine Berufsschicht – und hat mit einem Ort nichts mehr zu tun. Heimat ist das Synonym für sich Wohlfühlen, mit denjenigen Menschen und Handlungen ständig in Kontakt stehen, die zur eigenen Begabungsstruktur konform sind. Wenn man Glück hat, erreicht man solch ein Level, lebt im Gefühl des Angekommen-Seins. Wenn man Pech hat, rennt man ein Leben lang diesem Sättigungsgefühl hinterher und alles bleibt Utopie. Der Begriff, wie Schlink ausführt, kommt aus dem Griechischen: „ou tópia“ heißt übersetzt: NICHT-ORT. Den Ort gibt es für einige gar nicht – oder gescheiter übersetzt: Das Wohlfühlen ist ortsunabhängig. Manchmal gibt es sogar die „Ehre der Nicht-Zugehörigkeit“ (Schlink). Es ist ein soziales Eingebettetsein, das man sich selbst (ignorierend den geographischen Ausgangspunkt, den jedem eine Geburt setzt) geschaffen hat, gewählt hat, organisiert hat, das man erreicht hat - und woraus man sich nun nicht mehr wegdrängen lässt. Ernst Bloch, der Meister des utopischen Denkens, hätte wahrscheinlich mit großem Interesse die Ausführungen von Bernhard Schlink gelesen.
Keine SciFi, aber überlegenswerte Betrachtungen...
Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein Werk der Science Fiction, sondern um die Betrachtungen des Begriffs 'Heimat' aus der Sicht des Deutschen Bernhard Schlink. Der Inhalt des Buches fußt auf einem Vortrag, der unter dem Titel "The place of Heimat" im Jahre 1999 an der American Academy of Berlin gehalten wurde. Schon die Tatsache, dass das Wort Heimat als Begriff im englischen nicht übersetzt wurde, zeigt, dass der Begriff für uns eine besondere unübersetzbare Bedeutung hat. Der Autor spricht im Buch verschiedene Aspekte zum Thema Heimat an, die alle Hand und Fuss haben, einziger Negativpunkt ist die etwas schwache Gliederung des Werks. Angesprochen werden Punkte wie "wo befindet sich die Heimat", "wann fühlt man sich als Exilant" und eine Haupterkenntnis repräsentiert sich durch den Titel: "Heimat ist Utopie: Am intensivsten wird sie erlebt, wenn man weg ist und sie einem fehlt; das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh. Erinnerungen und Sehnsüchte machen den Ort der Sehnsucht zur Heimat"

Books:

  1. Politik
  2. Kofi Annan. Ein Leben
  3. Singapur. Metropole im Wandel.
  4. Schlingensiefs Ausländer raus. Bitte liebt Österreich
  5. 1968. Eine Enzyklopädie
  6. Verbot der NPD oder Mit Rechtsradikalen leben. Die Positionen.
  7. Zeit der Übergänge
  8. Deutschland, Einwanderungsland.
  9. Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge.
  10. Die Türkei und Europa. Die Positionen.

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